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Leserforum Gendern – ein Thema, das Emotionen schürt

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Auf einem Bildschirm ist das Wort „Schüler*innen“ zu sehen. Die Schreibweise mit „Genderstern“ soll Menschen einschließen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen wollen. © dpa

Zum Artikel „Gendern – warum streiten wir?“ vom 26. Juni:

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Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit ist Verwirrung und Theater unter den Viren ausgebrochen. Die weiblichen Viren haben Krach geschlagen, weil alle Mit-Viren generell nur Virus heißen, dabei wüssten bereits Sextaner, dass die Endung „us“ „maskulin“ bedeutet und so der weibliche Virus, die Vira also, brutal unterdrückt werden, obwohl sie genau so viel Unheil anrichten wie die männlichen Kollegen.

Sie fordern, dass bei Berichten künftig „Virus und Vira“ gemeldet werden – im Plural sei auch Virussa möglich. Ansonsten werden sie sich auf ihre weibliche Hornhaut legen oder sogar den Virussen ein Bein stellen.

Sie in der Redaktion sitzen an der vordersten Front und habe es somit in den Händen beziehungsweise Fingern, das Unheil noch rechtzeitig zu stoppen. Es wäre sicher förderlich, die Leitung der Virussen-Abteilung an die Kollegin Joana Rettig zu übertragen, sie die weltweit beste Genderina (das wird nur so korrekt geschrieben!). Also: Frisch ans Werk!

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Manfred Peter Effertz, Laudenbach

Vorab: Ist es richtig, dass sich Herr Hallaschka nach der Sendung vor Wut über seine eigene Dämlichkeit übergeben hat? Doch jetzt zum Artikel, dessen zweiter Hälfte, und besonders deren Schluss, ich vorbehaltlos zustimme! Ich oute mich hiermit als Leser, hetero, tolerant gegenüber beliebigen Einstellungen – bis auf diverse Stoffe. Bitte, gestatten Sie mir zu bemerken, dass ich das Gendern, wie es zur Zeit allenthalben gesprochen und geschrieben wird, für eine unausgegorene Hauruckaktion halte.

Wem hilft bei seiner*ihrer sexuellen Orientierung, wenn zwischen „Leser“ und „Leserin“, mal als Beispiel, ein Sternchen, Doppelpunkt oder ein Unterstrich gesetzt wird? Lesbar ist aber noch immer „Leser=Mann“ und *=Frau. Während der Mohrenkopf längst abgelutscht ist, sage ich zur Hausärztin: „Guten Morgen, Frau Doktor (Pause):in“ (Sorry, fühle mich albern). Einen Vorteil für Sternchen und Co. sehe ich aber doch: Einsparung bei Druckertinte. Doch zurück zum Gendern. Hier soll es vor allem der Gruppe der LGBT helfen, ihr ihren eigenen Platz, lange negiert und bekämpft, in der Gesellschaft zu geben. Als Anerkennung und völlig zu recht haben Beteiligte im TV ihre Situation schildern können. Als roter Faden zog sich immer der Wunsch nach Akzeptanz und normalem Miteinander durch das Outing. Es gibt aber doch mehr.

In einem früheren Leserbrief habe ich gefragt, wie eine Ansprache sein könne, zum Beispiel bei einer Postsendung, bei einem Guten-Morgen-Gruß, bei einer Berufsbezeichnung. Ich höre nichts. Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen oder auszulegen. Wenn schon gendern, dann mit aller Konsequenz, da reicht ein „...div“ im Stellenangebot nicht. Da brauchen LGTB-ler*innen (stop, so geht das doch nicht); da brauchen LGBT-div’s eigene Toiletten. Zur Zeit bieten sich nur „M“, „F“ und „... mit Einschränkungen“ an. Da wird die Entscheidung zu „M“ oder „F“ fallen müssen. Also, Aufforderung an alle LBGT’s: Sagen Sie, wie es weitergehen soll.

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Doch zurück: Sehr geehrte Frau Rettig, es ehrt Sie sehr, wie Sie sich vehement für deutsche Schrift, Sprache und das Gendern einsetzen. Ich hoffe aber, nach Ihrem Beitrag reduziert sich das nicht auf die drei Musketiere: „*“, „:“, „_“. Wenn Sie sich dann noch als anstrengende Aktivistin für Feminismus bekennen, sind LGBT’s bei Ihnen in guten Händen. Wenden wir uns also wieder dem Artikel zu. Wir wollen nicht weiter über Satzzeichen streiten, sondern müssen uns den wichtigen Problemen widmen: Gier und Korruption! Wer auch immer vor dem Urknall tätig war – Kain konnte nicht lesen, aber irgendetwas muss bereits in ihm genagt haben.

Jürgen Althoff, Ludwigshafen

Sehr geehrte Frau Rettig, ich bin da ganz bei Ihnen, wenn Sie schreiben: „Ich glaube allerdings, die Argumente sind ausgetauscht. Fertig, Feierabend. Jetzt muss man sich nur noch entscheiden: ja oder nein?“ Aber diese Entscheidung liegt vor, ist schon längst gefallen: Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht kein Gendern und gendert auch nicht. Das macht die Mehrheit der Bevölkerung deshalb aber nicht zu Befürwortern von Diskriminierung von Minderheiten, auch wenn dies immer wieder von den Fürsprechern des Genderns suggeriert und impliziert wird.

Deshalb sollten Journalisten, Moderatoren, Talkmaster, Ansager, Politiker, Interessensvertreter, Werbepsychologen und Marketingspezialisten und Ähnliche mit gutem Beispiel vorausgehen, sich mehrheitskonform verhalten und in ihren öffentlichen Äußerungen auf das arrogant belehrende und auf Umerziehung abzielende Gendern verzichten.

Rolf Menz, Wilhelmsfeld

Hallo, Frau Rettig, wie schön, dass wir wenigstens in einem Punkt einer Meinung sind: „Die Argumente sind ausgetauscht. Fertig. Feierabend.“

Ich freue mich also darauf, im „Mannheimer Morgen“ künftig keine Beiträge mehr zum Thema „Gendern“ lesen zu müssen. Endlich Ruhe – danke!

Dagmar Kreher, Mannheim

Eines sollten wir festhalten: Der Genderstern ist weder in Sprech- noch in der Schreibweise regelkonform – und die Mehrheit der Bevölkerung lehnt diese Veränderungen der Sprache ab. Nur muss ich das, wenn ich für einen guten Zweck unterwegs bin, berücksichtigen? Ist es nicht so, dass die Mittel dem „wichtigen“ Zweck folgen müssen?

Was bedeutet diese Einstellung für eine demokratisch verfasste Gesellschaft? Wie in alten und jetzt offensichtlich wieder modernen Zeiten bestimmt eine Elite, was der Bürger zu tun und zu lassen hat. Der eingeschlagene „sanfte“ Weg soll vermutlich den Widerstand möglichst klein halten und natürlich ohne Zwang zum Ziel führen. Wenn in einer Vorlesung an der Universität Mannheim Gendern beim Sprechen und Schreiben eingeführt wird, dann können Studentinnen und Studenten diesem Ansinnen nicht ausweichen, was die Freiwilligkeit stark einschränkt und darüber hinaus an einen damit beabsichtigten Gewöhnungseffekt denken lässt! Zudem mehren sich Hinweise, dass nicht nur in Amerika, sondern auch bei uns in Deutschland schriftliche Arbeiten an Universitäten in dieser manipulativen Sprache abgefasst sein müssen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt besteht keine Freiwilligkeit mehr.

Laufende und noch denkbare Gerichtsprozesse müssen klären, inwieweit rechtliche Normen dabei verletzt werden. Auch Verwaltungen und Firmen üben sich in patriarchalischen Erziehungsversuchen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Zugriff von oben, auch vermittelt durch unsere Medien, keinen Erfolg hat und die normale Entwicklung der Sprache wieder möglich ist.

Bernd Kissel, Mannheim

Es stimmt einfach nicht, was Sie schreiben: Jeder soll das Gendern verwenden können, wie er will. Es gibt mittlerweile Vorgaben in Firmen, wie mit dem Gendern umzugehen ist. Von den großen deutschen Presseagenturen lese ich, dass sie immer mehr das generische Maskulinum vermeiden wollen (das sollten Sie wissen). Die Stadt Köln will Verwaltungstexte nur noch in Gendersprache verfassen. Hier werden Fakten geschaffen, die sich so leicht nicht werden umkehren lassen.

Es wird uns also mittlerweile eine deutsche Sprache vorgeschrieben (moralisch aufgezwungen?), die mindestens zwei Drittel der Bevölkerung ablehnen. In der Schweiz ist der Genderstern abgeschafft – glückliche Schweiz. Warum wollen Sie dazu beitragen, die deutsche Gesellschaft noch mehr zu spalten als sie es bereits ist?

Erwin Böhm, Ladenburg

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3dnwMre

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