Geld wächst nicht auf Bäumen

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Zum Artikel „Bald mehr Fahrten erlaubt mit dem Frauen-Nachttaxi?“ vom 19. Oktober:

Beim Lesen des Artikels zum Thema „Frauennachttaxi“ stellte sich mir doch mal wieder eine ganz grundsätzliche Frage: Ist das überhaupt wirklich nötig? Hat die Stadt nicht – gerade in diesen Zeiten – das Geld, immerhin über eine Viertelmillion im Jahr, an anderer Stelle bedeutend nötiger? Es passt natürlich ins Bild des Zeitgeists: Jedem Grüppchen möglichst viele Bonbons, wie haben’s ja.

Aber, mit Verlaub, mir erschließt sich nicht unbedingt, dass es zu den Kernaufgaben des Staates und zur Daseinsvorsorge gehören soll, der jungen Generation, und auch hier noch nur geschlechtsbedingt Auserwählten, die Teilhabe am „Nachtleben“ zu ermöglichen! Wobei man sich ja anscheinend nicht einmal ganz einig ist, wer denn eigentlich zum Kreis der zu beglückenden dazugehört.

Prioritäten ändern sich

Die junge Redakteurin ist qua Geburtsdatum wohl daran gewöhnt, dass man alles jetzt sofort, umsonst und mit möglichst Aufwand bekommt. Aber hin und wieder sei daran erinnert, dass auch für diese seltsamen Blüten das benötigte Geld nicht auf den berühmten Bäumen wächst, sondern von mir, von Ihnen – und auch hoffentlich von ihr – erst einmal erarbeitet werden muss.

Und die Zeiten ändern sich diesbezüglich gerade gewaltig und die Notwendigkeiten und Prioritäten mit ihnen. Immerhin: Sollte es in naher Zukunft tatsächlich möglich sein, das jeweils gefühlte Geschlecht beliebig und jederzeit nach Ansage zu ändern – wie ja von gewissen „fortschrittlichen“ Teilen der Politik gewünscht – hat sich das Thema „Frauen“nachttaxi, wie auch viele andere, ohnehin von selbst erledig. Das haben Frau Schwarzer und ihre ehrenwerten Mitstreiterinnen damals sicher nicht vorausgesehen. Und sicher nicht gewollt.

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Von
Jan Benedict Tiggeler
Ort
Mannheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3st9QOt

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