Froh, wenn Vater nach Hause kam

Von 
Leserbrief-Schreiber: Angela Wolf
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Das muss ich doch mal loswerden: Vielen Dank für die Erinnerungen aus früherer Zeit, aber insbesondere dies: Die Seite des alten „Mannheimer Morgen“ vom 8. November 1963 hat mich emotional sehr berührt. Fast wie heute kann ich mich an dieses schreckliche aufregende Ereignis erinnern, an das Drama und Wunder von Lengede. Da mein Vater im Ruhrgebiet im Essener Norden im Bergbau als Steiger arbeitete, war auch uns Kindern die ständige Gefährlichkeit seines Berufes präsent.

In unserer Familie herrschte in den Tagen vom Bekanntwerden des Unglücks bis zur Rettung einiger Kumpel eine unglaubliche Anspannung, den ganzen Tag lief das Radio und wir hingen mit den Ohren am Lautsprecher. So sehr konnten Menschen im Ruhrgebiet mit den Familien in Lengede mitfühlen, die alle Hoffnung auf die Rettung der Männer, Söhne und Väter richteten. Nicht minder war die Empathie und Trauer über den Tod derjenigen, die nicht überlebten. Danach konnten wir noch deutlicher wahrnehmen, wie froh unsere Mutter jeden Tag war, wenn unser Vater wohlbehalten vom Pütt nach Hause kam.