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Fragwürdige Wohnungspolitik

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Zum Artikel „Franklin-Hügel nimmt Gestalt an“ vom 26. Februar:

Als Mitglied des Wohnungpolitischen Forums in Mannheim bin ich nicht nur „irritiert“, wie der „Mannheimer Morgen“ schreibt, sondern geschockt, das offensichtlich – entgegen des erklärten Willens von Lipartie, den Grünen und der SPD, bezahlbaren Wohnraum in Mannheim zu stärken –, im Gemeinderat die Befreiung von der Quote für das Bauprojekt Franklin Hügel der stadteigenen GBG bereits durchgewunken wurde.

Die Argumentation des Baubürgermeisters Ralf Eisenhauer, die GBG übererfülle im Gesamtbestand die Sozialquote, bedeutet nichts anderes als einen Freibrief für die städtische Baugesellschaft, sich in Zukunft noch stärker mit lukrativem hochpreisigen Bauen zu betätigen. Nach dem E-Hochhaus wird hier die nächste teure, für einen Großteil der MannheimerInnen unbezahlbare Architektur des Koste-es-was-es-wolle Architekten Winni Maas umgesetzt. „Städtebauliche Aspekte“ setzen sich hier gegen alle Ideen von Wohngerechtigkeit und ökologischer Transformation durch.

Auf der Strecke bleibt die Bevölkerung. Auf dem Buga-Gelände wird um jedes Stockwerk gerungen, um den Wind durchzulassen. Hier auf Franklin hat man offensichtlich erkannt, wie viel günstiger es ist, die Tiefgarage ebenerdig zu bauen und Abraum nicht abzufahren, sondern zum Hügel aufzuschütten. Frischluft scheint hier kein Thema zu sein.

Statt die 30-Prozent-Quote umzusetzen oder wie in anderen Städten (Freiburg) auf 50 Prozent zu erhöhen, werden mit diesem Bauvorhaben diese Ambitionen wieder unterlaufen. Das macht die Ausrichtung der städtischen Wohnungspolitik einmal mehr fragwürdig, weil sie das Hauptproblem, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum wieder mal nachrangig behandelt. Ich befürworte eine innovative Architektur. Sie muss aber immer für alle leistbar sein, sich eben auch am Existenzminimum orientieren.

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Günter Bergmann
Ort
Mannheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3IDxHl5

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