Es darf kein Vergessen geben

Von 
Leserbrief-Schreiber: Michael Timmermann
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Zur Holocaust-Gedenktag-Ausgabe vom 27. Januar:

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Danke für Ihre mahnenden Artikel zu dem Thema: Antisemitismus, Holocaust Gedenken und dem Vergessen. Ich wurde 1934 geboren und somit waren meine ersten elf Jahre Nazizeit und ich ein glühender verführter Anhänger der Hitlerjugend. Aber bald nach meiner Flucht aus Breslau, Bombennächten im Westen und beim Ende des Krieges als Flüchtling in Bayern, wurde ich über die wahren Geschehnisse und Verbrechen dieser Zeit aufgeklärt. Dieses Thema ließ mich nicht mehr los und begleitet mich bis heute.

Beurteilung hat sich verändert

Als Schauspieler waren mir Stücke wie „Andorra“ oder „Die Geschichte von Janusz Korcak“ sehr wichtig. Auch wurde ich nie müde, sollte ich auf ein Holocaust-vergessen-Wollen oder sogar auf ein Leugnen stoßen, dagegen vehement anzugehen. Umso erschreckender ist für mich festzustellen: Die Beurteilung dieser Zeit und ihrer schrecklichen Ereignisse hat sich geändert. Wird sogar als falsch dargestellt. Und wird sogar in vielen Kreisen toleriert. Und gibt den Anlass, dass sich der Rechtsradikalismus erneut hervortut und Verstärkung bekommt. Es ist mir ein Bedürfnis, dagegen anzugehen. Deshalb begrüße ich jeden Ihrer Beiträge und Artikel zu diesem Thema. Es darf kein Vergessen geben! Michael Timmermann, Ilvesheim