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Leserbriefe Energiewende löst Diskussionen aus

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Grafenrheinfeld in Bayern: Windräder stehen hinter dem Mast einer Stromtrasse. Ungeachtet immenser Kosten liegt die Energiewende in Deutschland nach einer neuen Studie in mehreren Bereichen weit hinter den politischen Zielen zurück.

Zum Artikel „Deutschland schaltet weitere Atomkraftwerke ab“ vom 28. Dezember und zum Kommentar „Alle müssen mitmachen“ vom 4. Januar:

Für mich gibt es bisher keinen Grund, mit der AfD zu sympathisieren, aber der Feststellung des AfD-Abgeordneten Kotré, dass Deutschland die „weltdümmste Energiepolitik“ betreibt, kann ich leider nicht widersprechen. Deutschlands Energiepolitiker, Klimaretter und Atomkraftgegner haben leider ein grenzenloses Vertrauen in die „Energielieferketten“.

Unsere Nachbarn sind im Notfall sicher ganz wild darauf, Deutschland aus der selbstverschuldeten Patsche zu helfen, wenn mal wieder „völlig überraschend“: Der Wind nicht weht, die Sonne nicht scheint, die zehntausende klimaneutral hergestellten neuen Windräder und Solarparks nicht rechtzeitig fertig sein sollten, die erforderlichen Stromspeicher nicht rechtzeitig erfunden und gebaut wurden, Deutschland noch nicht pleite ist, Putin sein Erdgas zu- statt aufdreht.

Jetzt die letzten deutschen AKW abzuschalten, ist weder für die Sicherheit in Deutschland noch für die Welt ein Gewinn, aber mit Sicherheit für das Klima ein Schlag ins Gesicht. Noch nicht einmal das Atommüllproblem ist damit gelöst oder einer Lösung näher gebracht.

Wie wäre es statt mit Ideologie und Doktrinen ein mal mit etwas Pragmatismus? Ständig wird uns erklärt, Deutschland rettet das Klima – wenn schon nicht real, dann doch ganz sicher durch seine grandiose Vorbildfunktion. Nach weltweiter Überzeugung hängt die Rettung des Klimas davon ab, dass weniger CO2 in den Himmel geblasen wird – möglichst viel weniger! Warum denn nicht mal real etwas Gutes für das Klima tun? Und das noch quasi kostenlos!

Warum nicht einfach darauf verzichten, jetzt ohne Not viele Millionen Tonnen CO2 zusätzlich in den Himmel blasen zu lassen? Warum nicht die letzten deutschen AKW erst dann abschalten, wenn es tatsächlich Alternativen gibt? Wo bleibt der Aufschrei von Fridays for Future, BUND, Greenpeace, unserem Umweltminister?

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Helmut Wunschmann, Brühl
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Nach dem taktischen Schwenk von Frau Merkel weg von der Atomenergie war der Physikerin klar, dass eine verlässliche Stromgewinnung, solange wir keine ausreichende Speicherkapazität haben, nur mit einem dichten Energieträger wie zum Beispiel Gas möglich ist. Leider, und da schließe ich die Medien ausdrücklich mit ein, gab und gibt es keine, von „grünem“ Denken unabhängige Diskussion über den Weg der Stromgewinnung.

Auch Walter Serifs Kommentar hilft uns nicht weiter. Ich bin gespannt, ob die Baum- und Naturschützer militant mobil machen, wenn massenhaft Wälder gerodet und Naturzusammenhänge zerstört werden, um eine, allenfalls als Ergänzung mögliche Stromgewinnung aus Windkraft zu installieren. In einer Stadt ist es wohlfeil sich für Windräder zu engagieren, da man nie in den Genuss solcher Megaanlagen kommen wird und man leicht mit dem grünen Finger auf die renitenten Bürger zeigen kann, um festzustellen wie „alternativlos“ die Industrialisierung der Landschaft ist.

Ich habe meine Zweifel anzunehmen, dass an unserem romantischen Wesen die Europäische Welt genesen will. Ist es nicht ein Leichtes, außerhalb der direkten politischen Verantwortung Forderungen zu stellen? Wir müssen noch einmal, ergebnisoffen, über unseren Weg der Energiegewinnung diskutieren und auch Gedanken jenseits unseres Tellerrandes zulassen.

Auch für die grüne Partei, fürchte ich, wird der Weg in die Verantwortung neue Diskussionen auslösen müssen, auch wenn das besonders für diese Partei sehr kritisch werden könnte. Es war fatal, dass in all den Jahren, unter dem erzeugten Eindruck, es gehe um nicht weniger als das Überleben der Menschheit, mit der resultierenden Angst der Menschen, eine Weltsicht etabliert werden konnte, die uns jetzt in diese schwierige, aber nicht wirklich lösbare, Lage bringt, Energiegewinnung und Naturschutz in Einklang zu bringen.

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Bernd Kissel, Mannheim
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Nach dem Schock der Reaktorkatastrophe in Fukushima kam der Wendepunkt in der Energiepolitik. Es erfolgte eine dramatische politische Reaktion auf die Katastrophe. Nach meiner Meinung war es ein zu kurzfristiger Ausstieg, ohne die weitreichenden Auswirkungen auf die wachsende Wirtschaft und Energieversorgung zu bedenken.

Elf der damals 17 aktiven Reaktoren sind bereits stillgelegt, sechs weitere folgen bis Ende 2022. Alle großen Industriestaaten vorweg Frankreich setzten vorerst weiter auf Kernkraft. Nur Deutschland geht weiter seinen falschen Weg und steigt aus. Man hätte besser eine Verlängerung des Ausstiegs beschlossen, um einen geordneten Übergang zur Nutzung der erneuerbaren Energie zu schaffen. Wer bezahlt das Alles am Ende: die Verbraucher

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Günter Sigmundczyk, Mannheim
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3qOx4NN und https://bit.ly/3zTP9yb

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