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Energie als Thema

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Auch Heizungsanlagen sollten gewartet und eingestellt werden, damit sie sparsamer arbeiten. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Zum Thema Gaskrise:

Angesichts der Reduzierung der russischen Gaslieferung wird in der Regierung aufgeregt nach Einsparmöglichkeiten des Gasverbrauchs in Deutschland gesucht. So wird auch schon darüber nachgedacht, amtlich anzuordnen, bei einer Gasheizung in den Wohngebäuden die Thermostate herunterzudrehen; von 16 Grad Celsius war schon die Rede. Die Gaslieferkürzung hat auch die Diskussion über eine mögliche Laufzeitverlängerung der drei letzten noch laufenden Atomkraftmeiler in Deutschland angeheizt.

Wirtschafts- und Umweltminister Habeck wiegelt da ab. Ein Sprecher seines Ministeriums äußerte sich laut Bericht vom 23. Juni wie folgt: „Atomkraftwerke liefern keine Wärme, Atomkraftwerke liefern Strom, permanent. Und deswegen leistet Atomkraft in dieser Situation, wo wir Gas einsparen müssen, gar keinen Beitrag.“ Diese fachministerielle Aussage ist einfach nur auf peinliche Weise falsch.

Aus der Schulphysik ist allgemein bekannt, dass man die verschiedenen Energiearten in die jeweils anderen Arten technisch umwandeln kann, und gerade bei der Umwandlung in Wärme, am unteren Ende der Entropie, gibt es die geringsten technischen Schwierigkeiten. In Frankreich zum Beispiel werden die Privathaushalte zu 70 Prozent mit Strom beheizt. Und ist nicht die Elektrifizierung von Wärme (Wärmepumpen) und Mobilität ein erklärtes Ziel der gegenwärtigen Klimapolitik? Die Praxis wird im Übrigen ihre eigenen Wege im Umgang mit der Gasknappheit finden. In Deutschland hält fast jeder der etwa 40 Millionen Haushalte elektrische Heizstrahler in Reserve, falls die Heizung einmal ausfallen sollte. In diesem Fall sollten die deutschen Kraftwerke in der Lage sein, diesen zusätzlichen Strom zu liefern, auch an kalten Tagen und lauen Nächten.

Heizstrahler statt Gasheizung

Dem Ministerium scheint aber auch entgangen zu sein, dass sich angesichts der rasanten umwälzenden Preisverschiebungen in den letzten Wochen eine völlig neue Situation in der preislichen Konkurrenz von Strom und Gas abzeichnet. Die Kilowatt-Preise für Heizgas, bisher weit unter den Strompreisen, befinden sich jetzt schon in Reichweite der Strompreise.

Nach überschlägiger Rechnung bedarf es nur noch einer weiteren Gaspreiserhöhung von etwa 60 Prozent, bis – bei den deutschen Strompreisen – der Kipppunkt erreicht wird, ab dem die Heizung über einen Heizstrahler billiger als die Gasheizung sein wird. Wird der Kipppunkt erreicht, welcher Verbraucher würde da nicht seine Heizstrahler voll aufdrehen und die Gasheizung nur noch als Ergänzungsheizung nutzen? Auf diese Weise könnte unverhofft sogar mehr Gas eingespart werden, jedoch muss dann auch genügend Strom im Netz verfügbar sein.

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Diese Krise wurde von einer ahnungslosen Regierung selbst ins Leben gerufen. Wenn unser Wirtschaftsminister öffentlich bekannt gibt, dass Deutschland wegen eines nachbarlichen Krieges, an dem es nicht beteiligt ist, auf lebenswichtige Lieferungen aus Russland verzichten will, muss man sich doch nicht wundern, wenn Russland zuerst seine Lieferungen einstellt. In welcher Märchenwelt leben Sie eigentlich, Herr Habeck?

Jetzt werden die Bürger aufgefordert, Energie zu sparen. Wir werden wegen gigantischer Energie- und Rohstoffproblemen eine Rezession erleben und wir werden wegen dieser Politik gegen die eigenen Bürger diesen Winter frieren und vielleicht auch hungern. Diese Regierung hat ohne Not einen gewaltigen Schaden angerichtet. Die Verantwortlichen müssen sofort zurücktreten und ihre Posten sachk

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Unsere Politiker müssen wohl in einer anderen Welt leben. Anders ist die Idee nicht erklärbar, warum Firmen, die Gas sparen, dafür auch noch eine Prämie bekommen sollen. Einmal sparen die Firmen schon aus Eigennutz. Andererseits werden die gestiegenen Energiekosten auf den Endverbraucher umgelegt, die Produkte werden teurer. Das erleben wir ja derzeit tagtäglich. Eine Prämie wäre dann eine zusätzliche Einnahme wie die Senkung der Mineralsteuer, die an der Tankstelle nie ankam.

Politiker nicht lernfähig

Warum sind Politiker nicht lernfähig? Und die Argumentation gegen den Weiterbetrieb der AKW ist ideologisch verengt und nicht sachlich und ergebnisoffen. Sonne und Wind liefern nicht konstant Strom, der Bedarf ist aber konstant da. Und Strom ist ein idealer Energieträger, der sehr vielfältig eingesetzt werden kann. Heizen, Kühlen, Antrieb von Motoren und Anlagen oder auch Erzeugung von Wasserstoff, nur als Beispiele. Und wenn die Elektromobilität wirklich ausgebaut werden soll, dann steigt der Strombedarf erheblich. Da ist jedes Kraftwerk wichtig und als Ersatz für Gaskraftwerke ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung des Gasverbrauches.

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