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Ein Europa der Patrioten schaffen

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Zum Artikel „Wie steht es um Europa, Herr Schäfer?“ vom 2. Oktober:

Leserbrief Karl-Heinz Schmehr

Wie steht es um Europa? Diese Frage scheint berechtigt und gleichwohl fundamental für die Zukunft der Europäischen Union. In Schäfers Analyse wurde verdeutlicht, woran eine Weiterentwicklung bislang scheiterte: zu viel Elitedenken und -handeln, populistische und euroskeptische Parteien, die vorwiegend in Osteuropa ihre Wurzeln haben.

Euphorie der Erweiterung

Nach dem Ehrgeiz der Gründungsväter folgte die Euphorie der Erweiterung. Pfähle wurden eingerammt, ohne den Blick in den dahinterliegenden Dschungel zu werfen; Hauptsache schnell und mitgliedsstark.

Im Laufe der Jahre zeigte sich dies als Trugschluss und baute zusätzliche Hürden auf, anstatt bürokratische Hindernisse abzubauen und dringend erforderliche EU-Kompetenzen zu erweitern. Nicht zuletzt wegen des noch immer gültigen zwingenden Einstimmigkeitsprinzips blockiert sich die EU und lähmt so dringend erforderliche Reformen – seit Jahren.

Ein Dorn im Auge dürfte den EU-Befürwortern auch sein, dass der Nationalismus zurückkehrte und die Weiterentwicklung des Projektes Europa verzögerte, mitunter in Turbulenzen brachte. Die heutigen Zugpferde, das darf man sicher mit Fug und Recht behaupten, sind Frankreich und Deutschland. Trotzdem sollten wir bedenken, Visionen dürfen für die Zukunft der EU nicht national begründet werden. Sonst bestünde die Gefahr, dass gerade ein demokratisches Europa scheitern könnte, weil die Egoismen die Liberalität kaperten.

In der Tat wären die Zukunftskonferenz und eine vielschichtige Bürgerbeteiligung eine geeignete Innovation, ein Europa der Patrioten zu schaffen.

Nach dem Motto: Wir Europäer sollten uns hüten, Europa bloß als Hort einer monetären Wohlfühlgesellschaft zu implementieren.

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Von
Karl-Heinz Schmehr
Ort
Lampertheim
Datum

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3BkkXfF

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