AdUnit Billboard

Umwelt Die Unwetter und ihre Folgen für die Menschen

Lesedauer

Mannheim. Zum Thema Überschwemmungskatastrophe:

Neben der großen Zahl an Toten und Verletzten im gesamten Kreis Ahrweiler zeigt sich erst Tage nach den Unwettern auch das ganze Ausmaß der Schäden. © dpa
AdUnit Content_1
AdUnit Mobile_Pos2

Die derzeitigen Überschwemmungen sind zweifelsohne katastrophal. In dieser Situation auf die Regierung zu schimpfen, wie es der Sprecher der Bündnis90/Die Grünen, Sven Giegold macht, ist unredlich und nicht zielführend. Ja, es gibt die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die 2003 in deutsches Recht umgesetzt worden ist und es stimmt auch, dass die WRRL Anforderungen an die Renaturierung von Fließgewässern stellt. Es trifft zu, dass hauptsächlich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts viele Bäche in Trapezprofile eingebettet worden sind, oftmals um Überschwemmungen landwirtschaftlicher Flächen zu verhindern; dadurch sind die Probleme jedoch nach „Unterstrom“ verlagert worden.

Es ist aber schlichtweg falsch, zu behaupten, die „zuständigen Regierungsstellen“ hätten für den ökologischen Rückbau keine Pläne. Es ist lächerlich, dass Giegold behauptet, die Bundesregierung ignoriere die WRRL, zumal die Umsetzung der Anforderungen der WRRL Sache der Bundesländer ist und in einigen Bundesländern wird das Umweltministerium von den Grünen geführt! Seit 2009 gibt es Bewirtschaftungspläne mit Maßnahmenprogrammen, die vor Inkrafttreten der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind. Die Pläne, die auch Anforderungen für Renaturierungs- und Retentionsflächen beinhalten, können nur langsam umgesetzt werden.

Es ist nicht so einfach, hunderte Kilometer von Fließgewässern wieder/oder in ihren mäandrierenden Ursprung mit Retentionsflächen zu versetzen. Dazu braucht man viele Hektar privater Ufergrundstücke; manchmal ist dies nur über langwierige Enteignungsverfahren möglich. An Plänen mangelt es sicherlich nicht; es fehlt an konzertierten, parteiübergreifenden Aktionen zur Umsetzung dieser Pläne!

Versandform
Von
Walter Reinhard
Ort
Mannheim
Datum

Einfach schrecklich was den Bewohnern von Rheinland-Pfalz im Ahrtal, der Eifel, aber auch in Regionen von Nordrhein-Westfalen widerfahren ist. Warum hat es sie getroffen, das werden sich die Menschen fragen. Zufall? Sicher auch, aber haben nicht die notwendigen Vorkehrungen gefehlt, solche Naturkatastrophen abzuwehren oder zu mildern? Die Ursache ist für Wissenschaft, Politik und die Medien ausgemacht, nicht zuletzt gegeißelt von Klimaorganisationen, insbesondere junger Menschen, der Klimawandel.

Diesen zu leugnen wäre „wie mit dem Kopf durch die Wand zu gehen“. Aber könnte es nicht sein, dass der Mensch trotz der verursachten Luftverschmutzung, vermehrtem CO2-Ausstoß und so weiter letztlich zwar am Pranger steht, aber der Klimawandel so oder so gekommen wäre, wie dies bekanntlich in früheren Perioden der Erde, mit oder ohne Mensch, schon mehrfach der Fall war? Es scheint so, als hätten Wissenschaftler, die anderer Meinung sind, kein Sprachrohr, Politiker wollen ihre Wähler nicht verunsichern und unter den Journalisten ist es offenbar nicht opportun, an dem Thema zu rütteln.

An einem Strang ziehen

In 30 bis 50 Jahren wird man vielleicht wissen, wer der tatsächliche Verursacher ist. Aber Politik und Gesellschaft sind gut beraten, in erster Linie in Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels zu investieren. Bisher wurde dies offensichtlich vernachlässigt, denn Flutkatastrophen mit immensen Schäden gab es in den letzten 20 Jahren mehrfach. Wenn man den Fokus nur auf klimafreundliche Alternativen legt, müsste die ganze Welt an einem Strang ziehen – und davon sind wir sehr weit entfernt.

Versandform
Von
Peter Krebs
Ort
Mannheim
Datum

Es wird berichtet, dass die Grünen „massive Kritik an der Bundesregierung“ geübt haben, weil diese zu wenig für den Hochwasserschutz tue. Dabei ist das eine Angelegenheit der Bundesländer. Schauen wir auf das von Grünen regierte Baden-Württemberg, so kamen am Oberrhein in der letzten Legislaturperiode weder das Poldern noch die Dammsanierung in Schwung. Und im grün-schwarzen Koalitionsvertrag von 2021 ist davon gar nichts mehr zu finden. Erst recht nicht vom Neckar, der nach meiner Kenntnis überhaupt keine nennenswerten Polder besitzt.

Sicherlich bieten sich am Unterlauf dazu auch nur wenige Flächen an. Eine davon läge in unserer Region zwischen dem Ladenburger Freibad, der Heidelberger Straße und dem Schwabenheimer Hof. Das rund 160 Hektar große Areal wird landwirtschaftlich genutzt und könnte durch einen Fahrdammweg in Höhe der Scheune Ladenburg in zwei Polder geteilt werden. Diese könnten nicht nur Überschwemmungen am Unterlauf des Neckars, sondern auch am Rhein vermindern. Das so zurückgehaltene Regen- beziehungsweise Flusswasser stünde dann umliegenden Bauern zur Bewässerung ihrer Felder zur Verfügung, ohne dafür wertvolles und knapper werdendes Trinkwasser verschwenden zu müssen.

 

Versandform
Von
Joachim Schubert
Ort
Datum

Es ist wissenschaftlich erwiesen, wie Frau Bierlein richtig kommentiert, dass der menschengemachte Klimawandel fortschreitet und dass er Extremwetterlagen verstärkt. Leider hat die Wissenschaft aber keine Patentlösung, wie diesem Klimawandel zu begegnen ist. Die Rückkehr zu vorindustriellen Lebensweisen kann es nicht sein, weil die Weltbevölkerung seit 1800 fast auf das Achtfache gewachsen ist und weiter zunimmt. Auch eine technische Lösung des Problems gibt es nach einhelliger Expertenmeinung nicht.

Auf Wohlstand verzichten

Also Verzicht auf Energiekonsum insbesondere aus preiswerten fossilen Energiequellen auf individueller oder nationaler Ebene als einseitige Vorleistung und Vorbildfunktion? Kann man machen. Doch was wären die Konsequenzen: Als Individuum müsste man bereit sein, auf Energiekonsum und damit auf Wohlstand zu verzichten, obwohl Mitbürger weiterhin fröhlich durch die Welt jetten, Fleisch genießen oder sich die Kosten für eine aufwendige energetische Sanierung des Wohnhauses sparen. Dann müssen abschreckende Steuern auf Energiekonsum erhoben werden? Schlecht, weil die Bedürftigen sich dann benötigte Energien nicht mehr leisten können. Also Verteilung der Energiesteuern als Energiegeld an diese Bevölkerungsgruppen? Dann können sich die Reichen weiterhin ihren – etwas verteuerten – Energiekonsum leisten und die Bedürftigen dank Energiegeld auch.

Ich fürchte, eine gewaltige EU-Umverteilungsbürokratie wird entstehen und am Ende nur eine Energiesparmaus gebären. Auf nationaler Ebene gälte bei einseitigem Verzicht: Ein großer Teil der Industrie ist auf wettbewerbsfähige Energien angewiesen und hätte am ohnehin hochpreisigen Standort Deutschland keine Zukunft mehr. Das gilt auch für Industrien, die Produkte für die alternative Energieherstellung oder für klimaneutralen Konsum herstellen: So werden die in Deutschland erfundenen Solarpaneele heute fast ausschließlich in China hergestellt. Deutschlands bezüglich Energieverbrauch bereits hocheffiziente Industrie würde zurückgefahren und die Produktion in Länder verlagert, wo für fossile oder atomare Energieerzeugung andere Bedingungen herrschen.

Dass einseitige Vorleistungen zwar viel internationalen Beifall aber fast keine Nachahmer finden, haben wir schon bei der Flüchtlingskrise und beim Ausstieg aus der Atomenergie erfahren müssen. Offensichtlich würde eine Vorreiterrolle der EU oder gar ein Alleingang Deutschlands einerseits unsere Arbeitsplätze (nicht nur in der Industrie) sowie Renten gefährden und andererseits der Klimawandel dadurch doch nur für kurze Zeit verzögert werden. Denn selbst wenn Deutschland komplett verschwinden würde, ginge der CO2-Ausstoß weltweit um weniger als zwei Prozent zurück. Ein Land, das naiv seine Existenzgrundlage selbst zerstört, wird mit Sicherheit nicht als Vorbild dienen.

Selbstschutz vor Weltrettung

Was also tun? Erstens: Auf den Klimawandel einstellen, was auch Herr Sanches in seinem Kommentar fordert; Selbstschutz betreiben, das heißt Lösungen für Wälder und Landwirtschaft erforschen, Hochwasserschutz verbessern, erwartete Folgen abwenden oder mildern. Zweitens: International gegen die Förderung und Nutzung fossiler Energieträger eintreten, eigenen Verzicht anbieten unter der Bedingung, dass relevante Länder mitmachen und die bisher bei uns eingesetzten Energieträger nicht anderenorts verbrannt werden. Drittens: Ideologische Scheuklappen ablegen; im Umweltschutz eindeutige Priorität auf den Klimaschutz legen, das heißt Artenschutz (Pumpspeicherwerk im Südschwarzwald), Lärmschutz (Tunnellösung für Güterzüge in Mannheim) und Anwohner-Wellness (Windenergie, Stromtrassen, Hochwasserdamm in Mannheim) müssen im Konfliktfall nach Abwägung auch zurückstehen; ein leer verkehrendes oder nur durch Nulltarif füllbares, öffentliches Verkehrsmittel verbraucht viel Energie, obwohl kaum Pkw-Fahrten eingespart werden; wann spart Elektromobilität tatsächlich fossile Energie? Also auf wirklich durchdachte Energiesparlösungen konzentrieren! Aber: Selbstschutz geht vor vermeintlicher Weltrettung im deutschen oder europäischen Alleingang.

Versandform
Von
Benno Blessenohl
Ort
Ladenburg
Datum

Möglicherweise haben es Andreas Kostarellos und seine Windkraftverweigerer ja noch gar nicht bemerkt: Der Klimawandel ist bereits da, nicht nur die schrecklichen Geschehnisse und Opfer der Flutkatastrophe haben uns dies unmissverständlich vor Augen geführt. Die Bezeichnung „Windkraftverweigerer“ werden die Initiatoren der Proteste gegen Windkraft in Sandhofen und auf der Friesenheimer Insel wohl von sich weisen. Windkraft ja, aber doch nicht vor unserer Haustür, das altbekannte St. Floriansprinzip!

Wenn der bestehende Klimawandel nicht noch viel extremer werden soll, müssen wir alternative Energien in jeder Weise fördern, auch wenn dies auch mal unbequem werden sollte. Niemand verlangt, dass Windräder in unseren Vorgärten stehen sollen, aber diese Aktivisten versuchen diesen Eindruck zu erwecken. Es ist die alte Frage: Was für eine Welt wollen wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen?

Versandform
Von
Hubert Becker
Ort
Mannheim
Datum
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1