Das schreiben unsere Leser zum Thema Corona

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Ein Zettel mit der Aufschrift „Wegen Corona geschlossen“ hängt am Schaufenster eines Geschäfts in Seligenstadt. Der „Lockdown“ belastet auch die Mittelständler. © dpa

Zum Thema Corona:

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Die groß angekündigte Testung im Rosengarten funktioniert nur eingeschränkt flexibel und einfach. Nicht angekündigt war, dass man nur mit einem bestimmten Code das Gebäude überhaupt betreten darf. Ohne Code über ein Smartphone wird man gar nicht erst in den Rosengarten gelassen. Ein strenger Türsteher lässt einen daher draußen so lange in der Kälte stehen bis man nach endlosen Eingaben von Daten einen Code erhalten hat. Wehe dem aber, der kein Smartphone hat oder unangemeldet kommt: kein Test. Der Personalausweis wird nicht akzeptiert. Ich kann daher nur empfehlen sich sehr warm anzuziehen, oder zu Hause, wenn man einen PC hat, sich einen Code auszudrucken. Guter Service sieht anders aus. (von Robin Kähler, Mannheim)

Die Hauptaufgabe unserer Regierung ist es, Schaden von der deutschen Bevölkerung abzuwenden. Diese Aufgabe kann die deutsche Regierung nicht an die EU delegieren. Auch dann nicht, wenn es um die Beschaffung von Corona-Impfstoff geht. Die Regierung ist und bleibt in der Verantwortung. Länder wie die USA, Großbritannien oder Israel haben im Wesentlichen mit Impfstoff, der in Deutschland mit Steuermitteln gefördert wurde, bis zu 40 Prozent ihrer Bürger geimpft. Es war also möglich, mehr zu tun, wenn man rechtzeitig aktiv geworden wäre.

Diese Länder haben bereits im Juni 2020 verbindliche Bestellungen aufgegeben. Die EU hat dazu sechs Monate länger benötigt. Wenn jetzt bei uns Menschen älter als 60 Jahre sterben, die impfbereit waren, aber ihre Impfung wegen mangelnder Impfstoffversorgung nicht bekommen haben, dann ist das die Schuld unserer Regierung. Jeder dieser Toten muss sich die Regierung jetzt zurechnen lassen.

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Zusätzlich können wir Lockerungen der Corona-Maßnahmen nicht vornehmen, weil die gefährdeten Mitbürger nicht geimpft sind. Wenn Frau Merkel und Herr Spahn nur etwas Ehre im Leib hätten, dann würden sie jetzt im Angesicht dieses großen Versagens, das auch noch monatelang weitere Opfer fordern wir, zurücktreten. (von Robert Feldmeier, Lorsch)

Das Erlebnis im Mannheimer Impfzentrum ist lobenswert. Es war so auffallend und ich möchte allen, die dort beschäftigt sind, meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich habe noch niemals so viele hilfsbereite, nette und freundliche Menschen erlebt. Meine Hochachtung, vielen, vielen Dank. (von Christa-Maria Weinlein, Mannheim)

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Eine späte Erkenntnis, aber immerhin! Interessant wird sein zu beobachten, wie lange es braucht, bis bei unserer Bundeskanzlerin (promovierte Physikerin) die Erkenntnis gereift sein wird, dass wir auch in Zukunft mit dem Virus werden leben müssen. Hat es denn der immer gleichen Experten bedurft, mit denen sich Frau Merkel umgibt, um ihr bewusst zu mache, dass Viren durch Mutation sich dauernd verändern?

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Es war doch bisher schon bekannt, dass man es in jeder neuen Grippesaison mit Virusmutanten zu tun hatte! Ich frage: Ihr nicht? Und nun hat sie das neue „Totschlagargument“: Grenzschließung – gemeinsam mit ihrem Adlatus aus Bayern, dem schon im vergangenen Jahr nichts Besseres einfiel. Glauben diese „Führungskräfte“ einschließlich ihrer Experten allen Ernstes, dass sich ein Virus an der Grenze stoppen lässt? Ich glaube, dass wir Sachverstand, Kompetenz und gesunden Menschenverstand überschätzen. Nur, für blöde verkaufen lassen, möchte ich mich eigentlich nicht!

Was habe ich eigentlich für mich aus diesem Jahr der Pandemie gelernt? Zugegeben, es war eine neue nicht vorhersehbare Situation mit neuen Herausforderungen. Es wurden Sachverhalte und Defizite an die Oberfläche gespült, die einer Industrienation eigentlich unwürdig sind. Als Beispiele seien nur das Bildungssystem und die digitale Entwicklung dieses Landes genannt. Der Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie, Kunst und Kultur – ein Trümmerfeld! Man ist nicht in der Lage oder willens, die täglich veröffentlichen Zahlen zur Pandemie aufzuschlüsseln: Wo sind die Hotspots, wer von den Infizierten belegt die Krankenhausbetten, welche Berufs- und Altersgruppe ist besonders betroffen, wie sieht es eigentlich mit den ambulanten Pflegediensten aus? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, man weiß: nichts!

Man hat mit all den Maßnahmen ein „Pferd gesattelt“ und kann nun nicht zugeben, dass man sich vergaloppiert hat. Also weiter mit dem Ping-Pong-Spiel Lockdown light, Lockdown heavy, Deckel drauf und weiter so. Deutschland hat sich in seiner Saturiertheit zum „Schnarchland“ entwickelt! (von Karl Sinn, Mannheim)

Danke an den „MM“ für die Berichte über die Nachkriegszeit. Das waren schwere Zeiten, wenig zu Essen, bitterkalte Winter mit viel Schnee und kein gutes Schuhwerk. Die Berichte wecken viele Erinnerungen in mir und das ist gut so. Da merken wir doch, wie gut wir es heute haben.

Und nun zu den Impfgegnern: Als ich ein Kind war, sind viele Menschen an Kinderlähmung erkrankt. Sie waren meistens gezeichnet für ein ganzes Leben. Erst durch die „Polio-Schluckimpfung“ konnte diese furchtbare Krankheit besiegt werden. So müsste doch jedem Menschen klar sein, nur durch Impfen können Ärzte und Wissenschaftler Corona in den Griff bekommen. Ich bin dankbar, dass man uns Ältere gleich impft. Und noch ein Dank an das Impf-Zentrum auf dem Maimarkt: Es geht zügig, aber nicht hektisch zu und alle sind sehr freundlich. Es ist hervorragend organisiert.

In Zeiten, in welchen der Stadtbummel – wie vieles andere – im Internet stattfindet, unser Einzelhandel und die Gastronomie in der City die Türen geschlossen halten müssen und wir aus Vorsicht uns und anderen gegenüber, unser Leben überwiegend zu Hause gestalten, boomt der Internethandel, ganz besonders bei den bekannten und einschlägigen Großanbietern.

All diese Einnahmen gehen an unseren Mannheimer Einzelhändlern vorbei – wir erwarten aber, dass sie das alles irgendwie durchstehen und nach dem Lockdown alle ihre Türen wieder öffnen. Wie können sie das? Halten sie so lange durch? Immer noch ist unklar, wann wir die Pandemie wirklich in den Griff bekommen – inzwischen wird schon von weiteren Monaten gesprochen. Möge es nicht soweit kommen. Aber wir sollten längst die Zeit nutzen, um unser Stadtzentrum über die Durststrecke hinweg am Leben zu halten und weiterhin in unseren Mannheimer Geschäften einkaufen – nur eben im Internet. Hilfreich dazu wäre allerdings ein gemeinsamer Auftritt, eine gemeinsame Internet-Plattform, die es den Kunden leichter macht, sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen.

Ein Mannheim-City Web-shop? Können IHK, die Wirtschaftsförderung der Stadt, Werbegemeinschaft und kundige IT-Spezialisten hier Abhilfe schaffen? In Kombination mit Printmedien? Im ersten Lockdown wurde hierzu ja schon ein Anfang gemacht, aber das ganze nicht weiterentwickelt und fortgesetzt? Jetzt gilt es nicht nur, einen unbekannt langen Zeitraum zu überbrücken und unsere Geschäfte vor Ort zu stärken, sondern auch langfristig eine zusätzliche Struktur aufzubauen, die sicher auch in pandemiefreien Zeiten weiter genutzt werden kann. (von Helen Heberer, Mannheim)

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