Coronavirus Das schreiben "MM"-Leser zum Thema Impfung für Kinder und Jugendliche

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Mannheim. „Danke sagen“, müssten sehr viele Menschen, die die höchste Priorität hatten, und um auf Kinder und Jugendliche zu kommen: Diejenigen waren und sind immer noch die, die am meisten in ihrem Lebensbereich gelitten haben, bloß hat das lange Zeit niemanden interessiert, insbesondere nicht die, die politisch verantwortlich waren und sind. In einem Bundesland wird Urlaub in Ferienwohnungen angeboten, aber ohne Kinder, die, wie sich herausstellte, schlicht vergessen wurden.

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Stand jetzt: Die Kinder und Jugendpsychiatrien sind voll, es muss „triagiert“ werden (wie bei Corona), wer noch behandelt werden kann und wer nicht. Das ist ein sehr hoher Preis für Kinder für die Gesellschaft. Die älteren Menschen wurden geschützt und unzählige Kinder haben die Orientierung verloren. Und warum? Impfstoffbeschaffung und Bestellung, wie wir alle wissen, schon mal daneben gegangen. Jetzt ist es auch hin und wieder so, dass ältere Menschen Astrazeneca ablehnen. Sie möchten lieber Biontech, der eigentlich für die Jüngeren bleiben soll und muss. Da sitzt so manchem das Hemd näher als der Rock.

Ich bin Jahrgang 1943 und durchgeimpft – immer schon. Aber da wurde geimpft und fertig, ich kann mich nicht erinnern, dass man gefragt wurde. Ich habe wie so viele diese furchtlose Zeit, von der Sie schreiben, auch miterlebt. Aber ich sage keinem Kind, es solle das durchmachen, was wir durchgemacht haben. Es gab jetzt auch hier und da Gutes natürlich und Dinge, die man für Geld nicht kaufen konnte – trotzdem sage ich, die Verlierer sind die Kinder, Jugendlichen, Studenten. Ob es uns nun schlecht ging oder nicht. (Petra Stacha, Mannheim)

Bemalte Ziegelsteine, als symbolische Stolpersteine, sind in der Dresdner Neustadt bei einem Jugendhilferechtsverein während der Corona-Zeit entstanden. © dpa

Nach monatelangen Beteuerungen, dass das Wohl der Kinder und Jugendlichen höchste Priorität genießt, mehren sich derzeit die Stimmen, die einer Impfung der Kinder aus medizinischer Sicht, ja auch aus moralischer Sicht, kritisch entgegentreten. Bei so vielen ungeimpften Risiko-Patienten sei es doch moralisch unverantwortlich, jetzt kerngesunde Kinder zu impfen. Und auch in ärmeren Ländern gäbe es doch noch so viele Ungeimpfte, dass es geradezu schockierend wäre, unsere Wohlstandskinder zu versorgen.

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Etwas erinnert mich das an das Argument: „Iss auf, in Afrika haben die Kinder nichts zu essen.“ Während die ersten Geimpften unbeschwert durch Italien cruisen, scheint es wieder mal so zu sein, als wären unsere Jüngsten, nun ja, doch nicht die oberste Priorität der Entscheidungsträger. Gedöns, eben. Ob eine Impfung aus medizinischer/epidemiologischer Sicht Sinn macht, darf durchaus diskutiert werden. Aber diejenigen, die schon geimpft sind, wissen, dass eine Impfung auf zwei Arten wirkt: Erstens durch den Schutz, den dieser Eingriff gewährt, aber zweitens durch das Gefühl, dass eine neue Phase aufbricht und eine neue Zeitrechnung anfängt. Das Gefühl, dass der Ausgang aus dieser Krise in Reichweite ist.

Wenn wir den Kindern keine Impfungen anbieten, müssen wir uns dann fragen, welche Exit-Strategie wir stattdessen anbieten? Vor jedem Fußball-Training um einen knappen Test-Termin kämpfen, damit man doch einmal die Woche mit den Freunden trainieren kann? Sich jeden Morgen in der Schule testen lassen? Wir sehr würde ich mir jetzt Entscheidungsträger mit 13, 15, 18-jährigen Kindern wünschen, die täglich erleben, welche verheerenden Schäden und Ängste die Krise hinterlassen hat. Es wurde viel über Solidarität gesprochen in dieser Krise. Für mich als Vater von vier Kindern ist jetzt leider ziemlich deutlich, dass diese wohl eher als Einbahnstraße gemeint war. (Carl Herrmann, Wiesloch)

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Wieder zeigt sich mal: Der Ehrliche ist der Dumme. Das gilt nun auch fürs Impfen. Wer sich nicht zu einem Zeitpunkt, an dem er noch gar nicht „dran war“, eine Codenummer besorgt hat (wie immer das möglich war?), hat jetzt auch in einem Alter von 50 Jahren keinerlei Chance mehr, überhaupt in ein Impfterminzentrum digital „reinzukommen“. Selbst Dauerversuche der ganzen Familie sind da vergebliche Liebesmüh! Vielfach wird man sogar von anderen, die offenbar clever waren und längst geimpft sind, belächelt, wenn man von den vergeblichen Versuchen berichtet. Man muss schon sehr in sich gehen, dass da nicht so etwas wie „Impfneid“ in einem aufsteigt.

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In Mannheim gibt es mittlerweile rund 15 000 von Corona Genesene. Deren sechsmonatige Impfung-Zwangspause läuft nach und nach ab. Doch mit keinem Wort kann man nachlesen, wie die fällige Impfung zur vollständigen Immunität erfolgen soll. Die Priorität ist aufgehoben, die Impfzentren sollen nach und nach aufgelöst werden, die Hausärzte werden überrannt. Wenn dem Genesenen trotzdem gelingt, die erforderliche erste und zweite Impfung zu erhalten (Genesene brauchen nur eine Impfung), wie wird das festgehalten, damit der geimpfte Genesene künftig an den Securities vorbei kommt? Ich stelle mir folgenden Dialog vor: „Hoscht nur ä Impfung? Kommscht hier net rein“. Oder gibt’s demnächst Virologie Kurse? (Franz Beutler, Mannheim)

Die Kommunen haben als Schulträger die äußeren Rahmenbedingungen für den Betrieb der Schulen sicherzustellen. Sie stellen die Schulgebäude, Schulhausmeister, Schulassistenz und die sonstige materielle Ausstattung der Schulen. In Mannheim ist der Fachbereich Bildung im Dezernat III (Bürgermeister Grunert von den Grünen) der verantwortliche Schulträger. Es ist mittlerweile bekannt und erwiesen, dass die Übertragung von Viren über Aerosole in Innenräumen das größte Risiko einer möglichen Ansteckung darstellt. Seit über einem Jahr findet der Präsenzunterricht in den Schulen Corona-bedingt nur noch sporadisch statt.

Viele Eltern fragen sich mittlerweile, wie der Unterricht nach den Sommerferien im Herbst stattfinden wird beziehungsweise kann. Die Verschiebung der Baupläne an der Waldschule zeigen beispielhaft, wie mögliche Verbesserungen des Platzangebotes an Schulen von den verantwortlichen Stellen der Stadt einfach um Jahre verschoben werden. Neben den nicht umgesetzten Neubauplänen gibt es auch anscheinend keinerlei Bemühungen des zuständigen Dezernates III, die Aerosolbelastung in den Klassenzimmern der Schulen durch bauliche Maßnahmen (Lüftungsanlagen, Filter und so weiter) zu reduzieren. Es gibt genügend kompetente Firmen, die diese Technologien beherrschen. (Franz Grossmann, Mannheim)

Langzeitschäden der RNA- Impfstoffe sind, wenn man sich in Biologie und Medizin auskennt, praktisch nicht bekannt.
Klaus Wolf per Leserbrief

Die Frage, ob man Kinder ab zwölf Jahren gegen Covid-19 impfen lassen soll, reduziert sich doch bei diesem Coronavirus auf die Entscheidung: Soll mein Kind sich mit dem ganzen Virus anstecken und mehr oder weniger erkranken, oder erhält es eine Impfung, bei der der Körper des Kindes kurzzeitig einen kleinen, ungefährlichen Bestandteil des Virus bildet, gegen den es dann in Folge immun wird.

Bei einer richtigen Ansteckung passiert dasselbe: Der kindliche Körper bildet mit der eingeschleusten RNA des Virus neue Viren, gegen die er immun wird. Aber zu welchem Preis: Covid-19 mit unvorhersehbaren Risiken, von Dauerschäden, gegebenenfalls der Lunge, bis Tod, oder Long-Covid. Auch bei Kindern. Dieses Risiko ist ungleich höher als eine harmlose Impfreaktion, wenn man nur einen kleinen Teil der kurzlebigen RNA verabreicht. Langzeitschäden der RNA-Impfstoffe sind, wenn man sich in Biologie und Medizin auskennt, theoretisch nicht vorzustellen (es wird nicht mal ein Trägervirus benutzt, wie bei den Vektorimpfstoffen) und praktisch nicht bekannt, daher um ein tausendfaches weniger wahrscheinlich als die Folgen der ohne Impfung mit Sicherheit erfolgenden Ansteckung mit dem Virus.

Genau das haben die Zulassungsstudien für Kinder ja gezeigt, wenn die Impfstoffe von den Zulassungsbehörden freigegeben werden. Die Stiko rät ja wohl nicht von der Impfung ab, sondern spricht nur keine Empfehlung aus und lässt Eltern und Ärzte somit mit unbegründeten, diffusen Zweifeln im Regen stehen. Jedes Kind, das nicht geimpft wird, wird unweigerlich infiziert werden: Das ist keine verantwortbare Option! (Klaus Wolf, Mannheim)

Wie gut, dass es Info über die Luca App gibt und dass die Stadt Mannheim mitmacht. Ebenso gut und wichtig aber wäre es, statt zu erfahren, welche Politiker die App alle gut finden, zu lesen:

– Wie kann ich als Besucher die App nutzen (von welchem Store runterladen)?

– Wie muss ich als Gastronom vorgehen, um in meinem Restaurant die App zur Verfügung stellen zu können (Kontakt mit dem Gesundheitsamt/Stadt, e-mail, Telefonnummer)? (Rainer Rüssel, Mannheim)

Es ist gut sowohl für Gastwirte als auch für Gäste zu wissen, dass Wirte berechtigt sind, Impf-, Genesungs- oder Testnachweise zu kontrollieren. Ebenso wichtig wäre es allerdings vor allem für Gastwirte zu wissen, ob sie dazu verpflichtet sind. Die Antwort „nein“ kann man leider nur zwischen den Zeilen vermuten. Dass Wirte auf die Ehrlichkeit der Gäste setzen, ist zwar nett, aber viel wichtiger für Gäste wäre es darüber hinaus zu wissen, ob es eigentlich strafbar ist, wenn sie unkorrekte Angaben über ihren Immunitätsstatus oder ihre Kontaktdaten machen. Womit muss der Gast rechnen, wenn so etwas bei einer eventuellen polizeilichen Kontrolle herauskommt? (Manfred Riemer, Mannheim)

Stellen Sie sich einmal vor, Sie greifen zum Telefon, wählen die Nummer des örtlichen Gesundheitsamts, nennen eine x-beliebige Zahl und haben nach einigen Tagen Millionen auf Ihrem Konto. Geht nicht? Geht doch! Ein türkischer Immobilienunternehmer hat uns das mit seiner Firma Medi@can gerade vorgemacht. Bevor wir nun den Stab über diesen Herren brechen, sei an ein altes Börsensprichwort erinnert: Wenn es Brei regnet, sollten Sie den Löffel hinhalten! Wir wissen zwar nicht, inwieweit dieser Herr über Erfahrungen an der Börse verfügt, eines aber scheint er wohl verinnerlicht zu haben: Schwächen im Politbetrieb gnadenlos auszunutzen.

In einem Land, in dem Sie alleine beim Versuch, 10 000 Euro in bar auf Ihr eigenes Konto einzuzahlen in die Nähe von Kriminellen gerückt werden, ist das Abgreifen von Staatsknete – vulgo Ihr Steuergeld – ohne irgendeinen Nachweis oder zumindest ein Häkchen eines pensionsberechtigten Mitarbeiters aus dem örtlichen Rathaus – ein Stück aus dem Tollhaus.

So sehr begrüßenswert es ist, dass unser Gesundheitsminister nun den Test-Turbo gezündet hat, umso unverständlicher erscheint der handwerkliche Pfusch dieser Aktion. Hat Herr Spahn etwa bei seinem morgendlichen Rundgang durch den Park seiner Zwei-Millionen Villa in Berlin-Dahlem etwas nicht zu Ende gedacht? War er etwa zu euphorisch? Unser Vorschlag: Herr Dr. Lauterbach, bitte übernehmen Sie! Wer sich so vehement gegen jegliche „Lockerungen“ wendet, wird wohl auch den hartgesottensten Abgreifer von Staatsknete hinter Gitter bringen. (Joachim König, Mannheim)

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