Das schreiben Leserinnen und Leser zum Stadthaus in N1

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Leserbrief-Schreiber: Günter Bergmann
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Den einen gefällt es, andere finden es hässlich: das Mannheimer Stadthaus in N1 . © Tröster

Zum Artikel „Sanierung wäre nicht wirtschaftlich“ vom 5. Februar:

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Nach dem Collini-Center ist mit N 1 jetzt also die nächste Bauruine mit städtischer Beteiligung unterwegs. Mit nur etwas mehr als 30 Jahren Standzeit – lange bevor statt der Investoren auch für die Allgemeinheit ein Nutzen entstehen könnte. Im Gegenteil: 50 Prozent der CO2-Emissionen eines Gebäudes fallen bereits bei der Errichtung an. Damit wird in Mannheim umgegangen, als wenn es kein Morgen gäbe.

Unausweichlich scheint laut Herrn Ragge als Kommentator die Neuvergabe an einen alleinigen Investor, da die Stadt ja kein Geld habe. Die FDP heizt das hochpreisige Investitionsklima schon mal an und spricht bereits von einem Filetstück, aus dem dieses Mal „etwas Richtiges“ werden müsse.

Ein Vorschlag: Im Erdgeschoss möglichst bescheiden das hinein, was zentral in eine Stadt gehört, vielleicht also ein auch öffentlich nutzbarer Sitzungssaal, doch wieder eine Bibliothek? Ansonsten: Wie wäre es mal mit bezahlbarem geförderten Wohnraum – mitten in die Innenstadt, die mit ihrer Wohnungsnot dafür prädestiniert ist?

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300 Mietwohnungen oder mehr sollten hier doch, zusätzlich zum öffentlich genutzten Bereich, leicht zu realisieren sein. Ein Teilabriss von N 1 soweit nötig und eine anschließende Überbauung unter Nutzung des Bestandes, Zementarm in leichter Holz- oder Hybridbauweise: Das könnte doch mal als Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Kostengünstig mit serieller Vorplanung produziert und später in Rekordzeit lärm- und staubarm montiert. Unterschiedliche Wohnungsgrundrisse mit niedrigem Flächenbedarf pro Person, begrünte Höfe, nutzbare Gemeinschaftsflächen in Gebäudeeinschnitten, Grauwassernutzung für eine kühlende Fassadenbegrünung. Möglichst alles unter Partizipation oder Selbstverwaltung der Nutzer und Nutzerinnen. Integriert in den Stadtteil.

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Und selbst bei der teuren Innenstadtlage: Eine langfristig auf 80 Jahre angelegte Nutzung mit Bindung als bezahlbarer Wohnraum ließe sich mit guten Holz-Bau-Architekten als soziales, innovatives Schmuckstück realisieren. Die Schlagzeile: „Mannheim baut klimaneutrale geförderte Mietwohnungen in die Innenstadt!“. Wie wär es mit einer Bürger-Befragung? Günter Bergmann, Mannheim

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Nicht wirtschaftlich, nicht zweckmäßig sei das Gebäude, deswegen solle es abgerissen werden. Sagen die Besitzer. Was heißt zum Beispiel zweckmäßig? Dass der Paradeplatz nicht von allen vier Seiten zugebaut ist, sondern dank des Stadthauses luftig und hell ist, empfinde ich als sehr zweckmäßig. Dass das Objekt für die Baufirma nicht wirtschaftlich ist, darf kein Grund für einen Abriss sein — zumal an so entscheidender Stelle im Stadtbild. Mir persönlich täte ein Abriss bitterleid, und ich glaube, dass mit engagiertem Management und Pflege nicht über einen Abriss diskutiert werden müsste. Hermann Joachim, Mannheim

Hurra! Die beste Nachricht des Jahres: Endlich wird dieses überaus hässliche Stadthaus abgerissen. Von Herzen hoffe ich, dass wir wieder so ein stilvolles, wunderschönes Gebäude bekommen, das dem ganz alten ähnlich ist – mit einer Markthalle! Es würde unseren Paradeplatz wieder aufwerten und man würde gerne hineingehen. In dieser Hoffnung verbleibe ich. Nadja Ebert, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LEUNiX