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Forum Das schreiben Leserinnen und Leser zu den Querdenkern

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Zum Kommentar „Warum das alles?“ vom 29. März und den Querdenker-Demos:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht, das man nur in wenigen Ausnahmefällen einschränken sollte. Das Recht, auf die Straße zu gehen, um seine Meinung für oder gegen etwas kundzutun, ist gut und richtig. Mit gutem Recht aber kann dieses Recht auf Demonstration auch eingeschränkt werden.

Warum das gerade in dieser für uns alle so schweren Zeit nicht gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Hier geht es nicht nur darum, seine Meinung zu sagen, sondern um Leben und Tod. Man kann zu den Corona-Bestimmungen stehen, wie man möchte, aber so, wie hier das Recht auf Versammlung und Meinungsäußerung missbraucht wird, darüber kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.

Da treffen sich rund 15 000 Menschen in Stuttgart und zeigen mehr als deutlich, dass ihnen ihre Mitmenschen und die Arbeit des medizinischen Personals egal sind. Wie dumm und egoistisch kann man sein, um aus ganz Deutschland nach Stuttgart anzureisen und bewusst alle Regeln zu missachten? Ohne Mindestabstand und natürlich ohne Maske werden sogar kleine Kinder mitgebracht und bewusst einer Gefahr ausgesetzt.

Wer bisher noch nicht begriffen hat, in welcher Gefahr wir alle sind, dem ist nicht zu helfen. Leider gibt es noch keine Impfung gegen Dummheit. Mit einem solchen Verhalten erhöht man nicht nur das eigene Risiko, man gefährdet vor allem die Risikogruppen, die seit 13 Monaten versuchen, dem Virus zu entkommen.

Zahlreiche Menschen nahmen Anfang April auf dem Marienplatz in Stuttgart an einer Demonstration der Initiative „Querdenken“ teil. © dpa
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Das ist in meinen Augen strafbares Verhalten und man sollte die Veranstalter und wirklich jeden Teilnehmer ordentlich zur Kasse bitten. 1000 Euro pro Verstoß/Teilnehmer sollte drin sein, das eingenommene Geld kann man dann in die Corona-Forschung stecken. (Christine Pflug, Mannheim)

Als ich las, dass ein Ludwigshafener eine Querdenker-Demo angemeldet hat und die Stadt Speyer sich noch nicht zu einer Absage durchringen konnte, konnte ich nur den Kopf schütteln – und komme mir mittlerweile nur noch verschaukelt vor. Überall ist Maskenpflicht, nur dort auf der Demo können sie machen, was sie wollen. Unser Staat lässt sich auf der Nase rumtanzen.

Ich denke, alle sind gleich?! Der Herzogenriedpark zum Beispiel wird geschlossen, sobald sich 1500 Menschen dort aufhalten, egal, wie viele ihn dann wieder verlassen. Es kommt niemand mehr rein. Wo ist da die Gerechtigkeit und vor allem die Solidarität? Was helfen da die ganzen geschlossenen Geschäfte, Ausgangssperre, Kontaktsperre, jetzt eventuell Brückenlockdown. Wenn dann Tausende bei einer Demo alle Anstrengungen kaputtmachen! (Sabine Kalupski, Mannheim)

Wer bisher noch nicht begriffen hat, in welcher Gefahr wir alle sind, dem ist nicht zu helfen.
Christine Pflug Leserbriefschreiberin aus Mannheim

Seit über einem Jahr befinden wir uns in einer Pandemie und seit November 2020 in einem uneinheitlichen Lockdown. Die Politiker und Bundesminister hangeln sich von Lockdown zu Lockdown, ohne eine Perspektive für die Bürger. Querdenkerdemonstrationen mit über 1000 Menschen sind erlaubt, aber private Kontakte werden immer mehr eingeschränkt.

Profisportler dürfen sich umarmen, dem Rest der Bürger wird das verwehrt. Da soll ein Bürger durchblicken mit den Verboten, die wohl nur für Bürger gelten, aber nicht für Profisportler. (Heike Meyernberg, Mannheim)

„Warum das alles?“, ist ein Kommentar überschrieben, in dem die Verfasserin scheinheilig Fragen über Fragen an die Querdenker stellt. Die Antworten hätte sie begreiflicherweise jederzeit erhalten können, wenn sie ernsthaft einmal mit Querdenkern gesprochen hätte.

Da sie das nicht für nötig befunden hat, hier in aller Kürze drei Antworten: Es geht Querdenkern um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte, die seit einem Jahr aus fadenscheinigen Gründen außer Kraft gesetzt sind. Es geht um Aufklärung über eine Panikmache, die letzten Endes wohl zum Ziel hat, die Bundesrepublik in einen autoritären Staat nach chinesischem Muster zu verwandeln.

Es geht um eine Strategie, mit der anstelle sinnloser erster, zweiter, dritter, vierter und so weiter Lockdowns, deren mangelnde Effizienz und Wirksamkeit offen zutage liegt, ein praktikabler Umgang mit dem Virus initiiert wird. Das sind alles Anliegen, mit denen sich Bürger identifizieren sollten, denen die Freiheit ihrer Mitbürger am Herzen liegt. (Gunter Zimmermann, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3udP1p4

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