Das Schreiben Leserinnen und Leser über die Corona-Pandemie

Von 
Leserbrief-Schreiber: Thea Gauer
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Eine Notärztin und Initiatorin eines mobilen Testbusses für Corona-Schnelltests, führt während einer Schulung in Tübingen einen Antigentest an einem Kind durch. © dpa

Zum Thema Corona:

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Warum ist das Einkaufen in manchen Läden gefährlicher als in anderen? Warum kann ich ins Lebensmittelgeschäft gehen, so oft und so lange ich will, und im Einzelhandel muss ich mich registrieren lassen und einen negativen Schnelltest vorlegen? Warum muss ich mich zum Testen anstellen, dann auf das Ergebnis warten, mich dann am Eingang anstellen, bis ich rein darf und muss mich dann beim Einkaufen beeilen und immer noch Maske tragen?

"Wie viele der unseligen Maskenverweigerer, sprich Querdenker, ...

"Wie viele der unseligen Maskenverweigerer, sprich Querdenker, Corona-Leugner und Partyfeierer mögen sich wohl schuldig gemacht haben am Tod so vieler Menschen."

Bei so viel Anstellen und Warten verzichte ich lieber auf den Einkauf, ist ja auch viel ökologischer, die alten Vorräte alle aufzubrauchen. Oder ich warte, bis es beim Aldi wieder neue Jeans gibt. Sollen sich lieber die Künstler, Soloselbstständigen und alle anderen, die gerade keine Arbeit haben, anstellen, die haben ja Zeit. Aber stopp, das geht nicht, die haben ja gerade kein Geld.

Schön, dass es auch Lockerungen in den Schulen gibt. Es ist kein Geheimnis, dass durch den Lockdown ziemlich viele Kinder abgehängt worden sind, auch oder besonders in den Grundschulen. Gut, dass alle Kinder jeden Tag wieder in die Schule dürfen! Bei den Kleinen sind es oftmals nur zwei Stunden am Tag, die einen morgens bis zur Pause und die andere Hälfte der Klasse kommt nach der Pause, auch für zwei Stunden. Und in diesen zwei Stunden sollen die abgehängten Kinder den Anschluss wieder finden? Oder ist die Zeit so gewählt, dass die Schwächeren gar nicht mitbekommen, wie groß die Unterschiede sind?

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Es gibt viele Gängelungen, Maßnahmen, Verbote und Gebote in dieser schwierigen Zeit. Man kann viel diskutieren über deren Sinnhaftigkeit, logischer und nicht logischer Notwendigkeit. Nicht nachzuvollziehen ist, dass Restaurantbesuche auch mit Maske und einzuhaltenden Vorsichtsmaßnahmen, nicht einmal mit der Familie, erlaubt ist. Herr Spahn hindessen war mit 20 Leuten zum Essen. Dies ist nicht nur nicht nachzuvollziehen, sondern geradezu unverschämt.

Herr Spahn hat, nachdem er mit Covid infiziert war, die dringend einzuhaltende 14-tägige Quarantäne befolgt. Covid infizierte Ärzte indes sollten auf sein Dafürhalten weiterhin ihren Praxisbetrieb aufrechterhalten müssen. Ach, warum ist unser so rühriger Gesundheitsminister nicht Bankkaufmann geblieben. Dies hätte ihm mehr angestanden und hätte ihm weniger schmerzende Kritik erspart. Oder ist er als Gesundheitsminister auch dagegen immun?

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Auch wenn Jens Spahn wegen eines Lobbyistentreffens und 9000 Euro für ein Dinner in der Kritik steht, für das Impfchaos in Heidelberg und anderswo ist der Grüne Manne Lucha verantwortlich. Sein überbürokratisiertes Sozialministerium in Stuttgart hat es versäumt, die STIKO-Empfehlung zügig umzusetzen. Viele Impfberechtigte sind deshalb abgewiesen worden, weil die Verordnung nicht angepasst wurde und der Minister „selbstverständlich“ am Wochenende lieber Wahlkampf machte, als zu arbeiten.

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Donnerstag, 4. März, kam die Entscheidung aus Berlin, dass AstraZeneca auch bei über 64-Jährigen geimpft werden darf. Viele Polizisten, Feuerwehrleute und Pädagogen an der Rentengrenze haben nach dieser Mitteilung einen Impftermin gemacht – und wurden im Impfzentrum abgewiesen. Erst eine ganze Woche später hat das Ministerium reagiert, obwohl sie längst wussten, dass sie die Verordnung ändern mussten. Was für ein grünes Chaos!

Seit die Impfberechtigung auf meine Altersgruppe (über 70) ausgeweitet wurde, versuche ich kontinuierlich über den dafür vorgesehenen „impfterminservice.de“ einen Termin zu bekommen. Ich erwarte nicht, dass ich diesen Termin kurzfristig erhalte, es würde auch reichen, dass mein Wunsch nach einer Impfung registriert wird und mir der Termin dann nach Verfügbarkeit zugeteilt wird! Obwohl ich dafür gestern von morgens um acht Uhr bis über Mitternacht hinaus ständig am PC saß und im virtuellen Warteraum mit viel Geduld dieses Anliegen verfolgte, gelang es mir nicht, wie vermutlich sehr vielen anderen Menschen auch, einen Termin zu erhalten.

Nach langer Wartezeit im virtuellen Warteraum gelingt es zwar immer wieder, zur Prüfung der Berechtigung zu gelangen, die dann zwar akzeptiert, dass man berechtigt ist, aber die weitere Anmeldung ablehnt, weil „kein freier Termin“ in der Region gefunden wurde. Man solle dies erneut versuchen. Das Verfahren zwingt alle berechtigten Bürger, für unbestimmte Zeit am PC zu sitzen, um einen Termin zu erhalten.

Dieses Verfahren ist eine Zumutung für jeden Bürger und äußerst ineffizient, sowohl für die berechtigen Mitbürger als auch für die digitale Infrastruktur, die damit ständig überlastet ist. Eine einfache Regelung wäre es, den Impfwunsch, unabhängig von den im Zeitpunkt der Anfrage sofort verfügbaren Terminen in einer Warteschlange zu registrieren und diese zur Verteilung der Termine sukzessive abzuarbeiten. Dies würde den Mitbürgern den Ärger und den Zeitaufwand ersparen und vermutlich auch für Land und Kommune die Kosten für die Infrastruktur senken.

Ernüchternde Erfahrung am Corona-Testcontainer des Universitätsklinikums Mannheim. Willkommen im kaputtgesparten Gesundheitswesen und einem leider für Mannheim üblichen Highlight. Wir waren am Samstag, 13. März, am UMM-Container und standen ab 11.40 Uhr in der Warteschlange. Wir verließen das Gelände gut zwei Stunden später. In dieser Zeit standen wir zuerst draußen im Regen und wurden komplett durchnässt, um danach im Slalomparcours im ungeheizten Wartezelt mit deutlich weniger als zwei Metern Abstand zu verharren.

Wir warteten zwischen etlichen Eltern mit quengeligen Kindergartenkindern, da mindestens ein kompletter Kindergarten inklusive Eltern einen Test verordnet bekamen. Warum gibt es denn keine Extraschlange für solche Massentests?

Im Schneckentempo ging es voran, um dann festzustellen, dass ein einziger Bundeswehrmitarbeiter die Abstriche nimmt. Und das in einer Großstadt mit 300 000 Einwohnern. Meines Erachtens ist da organisatorisch noch einige Luft nach oben. Ebenso ist die aktuelle Lösung mit dem Container gelinde gesagt „suboptimal“ und entspricht dem üblichen Qualitätsstandard der Mannheimer Stadtverwaltung. Als Bürger fühle ich mich in Mannheim nicht ernst genommen. Schade, dass unsere Stadtverwaltung keine Schulnoten bekommt.

Sehr geschätzt, vor allem aber wichtig und notwendig, sind harte Kritiken gegenüber vermeintlichen Missständen. Aber genauso wichtig ist, gelegentlich ein verdientes Lob auszusprechen. Und das will ich hiermit tun. Ich spreche vom Impfzentrum Mannheim Maimarkt. Eine großartige Organisation! Aber vor allem die wunderbare, aufopfernde Betreuung durch die doch oft auch ehrenamtlichen Helfern ist besonders für ältere Menschen eine Wohltat. Vielen Dank!

Alle wissen es besser und mancher Kommentar im „MM“ bläst ins gleiche Horn. Ein Blick auf die Weltkarte hätte genügt, um festzustellen, das Australien und Neuseeland Inseln sind und leicht abzuschotten. Wir leben in der Mitte von Europa mit offenen Grenzen und täglich pendeln Hunderttausende Berufstätige in alle Richtungen (alleine 280 000 mit deutschem Wohnsitz, die im Ausland arbeiten).

Oder schlägt die Redakteurin nun implizit harte Grenzschließungen vor, denn ohne diese geht keine No-Covid-Strategie. Sie will sicher auch nicht in einem totalitären asiatischen Staat leben. „Eine Strategie muss her“ zu fordern, ist nichts Neues und seit einem Jahr gängige Praxis in der Politik und bei den Medien. Dann zeigen Sie bitte aber auch mal brauchbare Optionen auf.

Impfstrategie, alles ganz einfach ... Die erste Gruppe der über 80-Jährigen holt sich „ganz einfach“ über die Impf-App BW die Impftermine. Danach geht’s im dicksten Winter zum nahe gelegenen Impfzentrum. Dort kämpfen sich dann die Senioren, Rollstuhlfahrer, Rollatoren, Menschen an Krücken und Begleitpersonen mit einem Stapel Vordrucke durch die sechs Stationen. Die Impfgruppen unter 80 laufen locker mit T-Shirt ab Frühling oder Sommer zum Hausarzt um die Ecke. So schaut’s aus ...

Jetzt, da AstraZeneca seine zugesagten Impfstoffmengen deutlich reduziert hat, wird der ohnehin schon vorhandene Mangel an Impfstoff weiter verschärft. Das Verhalten der USA mit ihrer durch Verträge und Vorschriften de facto bestehenden Verhinderung von Exporten des Impfstoffs und/oder wesentlicher Materialien hierfür („... bis alle Amerikaner geimpft sind“) trägt das Seine dazu bei. Hierzu gab es meines Wissens leider weder von den Biden-Euphorikern noch den transatlantischer Freundschaftsanhängern Stellungnahmen. Das würde sicher ganz anders ausfallen, wäre der (Nicht-)Partner nur ein anderer.

Wer auch immer den Begriff „Querdenker“ für diesen Chaotenhaufen in die Welt gesetzt und publik gemacht hat, war sicher selbst einer dieser Querköpfe. Die, die sich so bezeichnen, vergessen nur, dass in dem Wort „denken“ vorkommt, aber denken fehlt ihnen. Es sind Ablehner, Verweigerer, Ignoranten, aber keine Denker, und schon gar keine Querdenker. Querdenker sind die Wissenschaftler, Forscher in der Pharmaindustrie, die kreuz und quer denken mussten, um einen Impfstoff zu entwickeln, der die Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 eindämmen kann.

Querdenken ist Suchen nach neuen Möglichkeiten. „Wo kämen wir hin?“, hat der Bauer gesagt, wenn alle Leute sagen würden, „wo kämen wir hin?“, und keiner würde sich auf den Weg machen, um zu sehen, wohin man kommt, wenn man geht. Aber auch das werden diese Proleten nicht kapieren! Sie sind nur quer, aber keine Denker.

Wie viele der unseligen Maskenverweigerer, sprich Querdenker, Corona-Leugner und Partyfeierer mögen sich wohl schuldig gemacht haben am Tod so vieler Menschen, die an Covid-19 verstorben sind? Wäre gut zu wissen, aber diese Menschen sind wohl wissenschaftlichen Erkenntnissen oder schlicht und einfach dem gesunden Menschenverstand unzugänglich.

So wie wahrscheinlich viele Eltern war ich sehr verzweifelt, als ich die Nachricht von der Kita-Schließung lesen musste. Für alle, die betroffen sind, ist das ein herber Schlag. Was mich dabei aber noch zusätzlich frustriert: Meine Tochter geht überhaupt nicht in eine Kita. Sie wird mit zwei anderen Kindern bei einer Tagesmutter in deren Wohnung betreut. Das heißt, das Infektionsrisiko ist nicht annähernd vergleichbar mit einer Kita in die 80 oder mehr Kindern gehen. Dennoch wurden bei allen Schließungen Tageseltern in Mannheim genauso behandelt wie große Einrichtungen.

Während in Rheinland-Pfalz oder NRW Tageseltern nicht einen Tag schließen mussten, durfte meine Tochter im Frühjahr letzten Jahres auch dann noch nicht wieder zur Tagesmutter, als sich bereits Stammtische mit zehn Haushalten treffen durften. Diese Logik erschließt sich mir nicht. Ich hoffe sehr, dass den unterschiedlichen Infektionsrisiken in der verschiedenen Betreuungsformen diesmal auch in Mannheim Rechnung getragen wird, damit so wenig Kinder wie notwendig unter den Schließungen leiden müssen.

Mittlerweile weiß ich nicht, wovor ich mehr Angst haben soll: vor dem Virus oder den Entscheidungen der Politik. Eins hat diese Krise ganz deutlich hervorgebracht, in puncto Krisenbewältigung ist die Regierung Merkel extrem schlecht. Dazu kommt, dass der Amtsschimmel zu Tode geritten wird. Verordnungen wie Verweilverbote gehen an der Lebenswirklichkeit vorbei. Oder dass, wie selbst beobachtet, fünf Ordnungshüter eine Person von einer Sitzbank vertreiben und keinen Abstand untereinander eingehalten haben. Es ist der Politik gelungen, das Volk in zwei Lager zu teilen, die mit Angst und die, die ihre Grundrechte zurück haben wollen. Statt die Bevölkerung darauf einzustimmen, dass wir Formen des Zusammenlebens mit dem Virus entwickeln müssen, setzt die Politik auf Schließungen und macht dem Volk Hoffnung, dass danach alles vorbei ist. Dass dies nicht so ist, zeigen die letzten Monate.

Hat schon jemals irgendjemand irgendwann an (ältere) Menschen gedacht, die keinen Computer – also kein Internet – und kein Smartphone haben? Auch sie brauchen mal etwas vom Einzelhandel. Irgendwie fühlt man sich von der Welt abgehängt, vergessen. Ganz ehrlich: Ich bin sehr verärgert!

Was ist von unseren Politikern und ihren Entscheidungen zu halten, die Wasser predigen und selbst Wein trinken. Wir, die Bürger, sollen uns an Regeln halten, um gegen Corona vorgehen zu können. Sie selbst schaffen Regeln, an die sie sich jedoch nicht halten. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, 72 Jahre alt, hatte dieser Tage einen Impftermin und wurde medienwirksam im Fernsehen geimpft. Das ist ein tolles Beispiel für fehlende Glaubwürdigkeit. Meine Frau und ich hingegen, beide 78 Jahre und gesundheitlich angeschlagen, müssen nach vielen erfolglosen Versuchen um einen Impftermin zu bekommen, uns sagen lassen, dass wir noch nicht dran seien, da wir nicht einmal 80 Jahre alt seien, oder dass zur Zeit keine Termine vergeben werden.

Mangelnde Glaubwürdigkeit, niemand weiß Genaueres sowie auch das Fehlen eines Plan B, sind meiner Ansicht nach der Grund dafür, dass die Volksvertreter gegenwärtig an dem Ast sägen, auf dem sie gerade sitzen.

Liebe Miriam Hollstein, das ist der beste Kommentar, den ich in dieser Zeit gelesen habe, ja, eine Wohltat! Allerbesten Dank dafür! Wut bringt uns nicht wirklich weiter, tötet den Virus nicht, Wut macht uns eher krank! Es kommt jetzt, bei dem unglaublichen politischen Wirrwarr, auf uns selbst an, auf unsere ureigene Umsicht! Ihr Kommentar, direkt auf der zweiten Seite, hat meiner Seele jedenfalls gut getan und vielen Lesern bestimmt auch.