Ilvesheim

Das schreiben Leser zum Kombibad

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Zum Artikel: „Halle first, Kombibad second“ in Ilvesheim vom 31. Dezember:

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Endlich ist die Katze aus dem Sack. Das Kombibad in Ilvesheim ist endgültig in weite Ferne gerückt. Wie bereits von mir kurz nach der Abstimmung der Ivesheimer vermutet, hat man die Ilvesheimer mit bewusst falschen Argumenten hinters Licht geführt. Im Wissen, dass die angesagte Finanzierung eine Luftnummer ist, hat man das alte Freibad flugs zerstört, um einer Sanierung zu entgehen. Zuwendungen aus Berlin waren zu keinem Zeitpunkt erreichbar und eine Finanzierung aus eigenen Mitteln nicht realisierbar.

Jetzt kommt das kleine Hallenbad „First“. Für die heutige Zeit untauglich, unattraktiv, eine Geldverschwendung. Die übrigen verantwortlichen Bürgermeister der Gemeinden mit Freibad können vom Ilvesheimer Bürgermeister lernen, wie man ein Freibad ohne Bürgerproteste schließt. Hier wurde den Bürgern mal wieder erfolgreich Sand in die Augen gestreut. Aber sind nicht bald Kommunalwahlen?
Ralf Wolf, Lorsch

Bäderfrust. Wehmut überkommt mich, wenn ich die Ruinen des Freibades sehe! Das Freibad mit seinen herrlichen Bäumen war jahrzehntelang der sommerliche Höhepunkt aller Altersklassen und nicht nur aus Ilvesheim, aus der gesamten Umgebung. Auch das Ende unseres Hallenbades ist in Sicht – oder gibt es noch Rettung, siehe Heddesheim? Ach Entschuldigung, da interessiert sich doch schon ein Investor dafür.

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Anfang der 70er Jahre bauten wir schnell das Hallenbad, um der Eingemeindung der Stadt Mannheim durch hohe Schulden zu entgehen. Es klappte ja auch, die Schulden wurden systematisch abgebaut, obwohl die Gemeinde viel kleiner und die Einnahmen wesentlich geringer waren. Wir warben mit unseren interessanten Freizeitangeboten, mit Hallen- und Freibad um neue Mitbürger, die auch reichlich kamen und die „alla-hopp“-Anlage passte hervorragend in dieses Konzept.

Nun wird wohl alles nicht realisiert. Da es heute üblich ist, Gutachten und Gutachten über das Gutachten zu erstellen, wurden schon über 500 000 Euro verpulvert. Soll das jetzt in den Sand gesetzt werden? Wir sind (waren?) eine attraktive Gemeinde – nicht, weil wir eine schöne Altstadt aufweisen können, sondern wegen unserer attraktiven Freizeitangebote, die immer mehr schwinden. Wenn nicht Kombi- dann wenigstens Freibad mit allem, was Kindern und Erwachsenen Freude macht. Dazu würden auch unsere Rücklagen reichen, trotz Corona! Denn die meisten, die beim Bürgerentscheid für das Kombibad waren, wollten eigentlich das Freibad, aber besser als gar nichts – dann wenigstens ein Kombibad. Vor Jahren ging das Gerücht um, es wäre gutes Bauland, eventuell für ein Hotel. Ein Schelm ist, der Böses dabei denkt.

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Es ist schade, dass es so weit kommen musste. Die Gemeinde beziehungsweise der Staat ist auch für die Bürger da und nicht nur umgekehrt, man sollte nicht nur die Kostenfrage stellen, denn Schulen, Krankenhäuser, Bäder et cetera sind Dienstleistungen, das wird in unserer profitorientierten Gesellschaft leider allzu oft vergessen.
Sonja Münch, Ilvesheim

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