Das schreiben Leser dieser Zeitung zur Corona-Krise

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Leserbrief-Schreiber: Erwin Trützler
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Ein Patient liegt während seines Aufenthaltes im Krankenhaus Großhadern in einem Intensivzimmer an einem Beatmungsgerät und einem Dialysegerät (im Vordergrund). Leser Erwin Trützel kritisiert, dass der Betrieb des Gesundheitswesens keine Kapitalgesellschaft sei. © dpa

Zum Thema Corona:

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In seinem Kommentar beschreibt Steffen Mack die Folgen der Mängel in der Gesundheitsvorsorge, insbesondere bezüglich der Reduzierung der Kliniken, wie diese vor der Corona-Krise festgelegt wurden. Es ist allerdings makaber, dass es erst einer Pandemie bedurfte, um Maßnahmen der dringlich notwendigen Korrekturen vorzunehmen, die letztendlich dann auch über diese Zeit hinaus Bestand haben werden.

Erschreckend und verwerflich

Bislang wurden diese Bedingungen ausschließlich mit dem üblichen, anonymen „man“ sei gut aufgestellt, abgewiesen. Der Betrieb des Gesundheitswesens ist jedoch keine Kapitalgesellschaft und kann somit keinesfalls mit den Strukturen der am Markt mit Gewinn orientierten Wirtschaftsunternehmen gleichgesetzt werden. Das ist erschreckend und verwerflich.

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Erwin Trützler, Mannheim

Die Fledermaus kann überhaupt nichts dafür. Sie hat nicht darum gebeten, gefangen und verspeist zu werden. Vielmehr ist es unser Umgang mit der Natur. Wir rücken den Wildtieren immer näher, zerstören Ökosysteme und glauben, wir kämen ohne Fleisch nicht aus. Zoonosen (also Krankheiten, bei denen die Erreger von Tieren auf Menschen überspringen) nehmen zu und werden zunehmen durch Bevölkerungswachstum, Naturzerstörung, Artensterben und Klimawandel, wovor Forscher seit Jahren warnen.

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Aber wir brauchen nicht mit dem Finger auf die Essgewohnheiten von Teilen der chinesischen Bevölkerung zu zeigen oder auf Menschen in Afrika, die wildern, um ihre Familien ernähren zu können. Unsere Art der Massentierhaltung ist nicht die einzige, aber eine wichtige Ursache für die Entstehung von Bakterien, die gegen fast alle oder alle bekannten Antibiotika resistent sind. Auch das fordert nach Schätzungen des RKI etwa 20 000 Tote pro Jahr.

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Ich kann nur hoffen, dass aus der derzeitigen Krise gelernt wird, habe aber die Befürchtung, dass die meisten danach weiter machen, als wäre nichts gewesen.

Ursula Schmollinger, Ladenburg

Es ist schon verwunderlich, wie schell vergessen wird, wie viele Menschen zurzeit sterben oder davon betroffen sind, und die IHK hat nichts anderes im Kopf als Wiederanfahren der Wirtschaft. Anscheinend geht es hier diesen Herrschaften nur um Geld und Gewinne, aber nicht um die Gesundheit unserer Bürger, wie armselig ist das denn? Der Profit und die Gier lassen wieder mal gemeinsam grüßen.

IHK in der Verantwortung

Sicherlich kann man darüber nachdenken, wie es danach schnell und wirksam weitergehen kann, aber zuallererst muss das Coronavirus abklingen und eingedämmt werden. Oder will die IHK die Verantwortung übernehmen, wenn durch zu frühes Freigeben der Arbeit dieser Virus zurückschlägt?

Werner Treu, Wiesloch