Dankbar für Erkenntnisgewinn

Von 
Leserbrief-Schreiber: Dagmar Pfeffer-Mettenleiter
Lesedauer: 

Zum Leserbrief „Die armen Lehrer!“ vom 25. Januar:

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Es ist genau diese Art von mobbendem Populismus, der unsere Gesellschaft von innen heraus zerfrisst. Falsche Informationen zu Gehältern, „Ferien“ und so weiter und keinerlei Informationen zur Situation an Schulen und Lehrern (es gibt viele verschiedene Schultypen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und sehr großen Gehaltsunterschieden, nur mit Spitzengehältern zu argumentieren ist unseriös!). Vieles ist kritikwürdig an unserem Schulsystem, aber man/frau sollte sich um solide Informationen bemühen, dann sind die Leserinnen und Leser eines Leserbriefes sicherlich dankbar für den Erkenntnisgewinn.

Herr Dengel „bedauert” in seinem Leserbrief die „armen” Lehrer und fragt, wie viel die denn noch verdienen sollen. Arbeiten (immerhin nennt er es Arbeit) bis 13 Uhr und 13 Wochen Ferien! Ich war ja nun selbst in diesem Beruf und habe das genossen, wissen Sie Herr Dengler. Manchmal hatte ich schon um 12.20 Uhr Schluss und das Schönste ist, durch die viele freie Zeit nachmittags und in den Ferien ist mir der Übergang in den Ruhestand fast gar nicht aufgefallen. Herrlich. Und dann das viele Geld, auch jetzt im Ruhestand. Ach Herr Dengler, wären Sie doch auch Lehrer geworden. Ich hätte es Ihnen gegönnt! Abgesehen davon, wüssten Sie heute, wovon sie reden und würden nicht solch unqualifizierte Aussagen machen.

Einen solch unqualifizierten und vor Vorurteilen strotzenden Leserbrief habe ich lange nicht gelesen. Schon mal was von Nachmittagsunterricht, Vorbereitung, Nachbereitung, Korrekturen, Gesamtlehrerkonferenzen und Fachkonferenzen gehört? Übrigens, seit Jahren gibt es nicht nur in Baden-Württemberg Quereinstiegsmöglichkeiten aufgrund der brenzligen Bewerberlage in einigen Schulfächern – vor allem an Berufsschulen. Ein großer Erfolg ist dieses Angebot nicht. Scheinbar sind Ferien, Arbeitszeit, Gehalt und Beamtentum keine Gründe, um Arbeitnehmer aus der freien Wirtschaft für den Lehrerberuf zu gewinnen. Wenn das so ein toller Beruf mit viel Gehalt und wenig Arbeit ist, warum sind Sie nicht Lehrer geworden? Wären Sie Lehrer geworden, dann hätten Sie morgens recht und nachmittags frei, um mit Ihren Vorurteilen fortzufahren.

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Info: Originalartikel unter http://bit.ly/3jdqQ6a