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Corona und Impfen polarisieren

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Lotta (14) bekommt von Ewa Jankowsky vom mobilen Team des Impfzentrums ihre erste Corona-Schutzimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht. Erst Piks, dann Achterbahnfahrt: Auf dem Stoppelmarktgelände in Vechta konnten sich Besucher der Kirmes gegen das Coronavirus impfen lassen. © dpa

Zum Thema Corona

Lange lief die Diskussion, ob die Impfung von Biontech für Zwölf-17-Jährige freigegeben werden soll. Während die Wissenschaftler und Gutachter der Europäischen Zulassungsbehörde die Zulassung für diese Altersgruppe ohne Einschränkungen erteilte, hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) zwar keine inhaltlichen Einwände aber bemängelte den zu kleinen Datensatz. Die Stiko wollte also keine generelle Empfehlung aussprechen und wartet auf neue Daten.

Nun warum ist der Datensatz so klein: Jede klinische Studie bedeutet ein Risiko – entweder wegen Wirkungslosigkeit oder wegen unbekannter Nebenwirkungen. So muss gut überlegt werden, wie viele Menschen einer so sensiblen Gruppe wie Heranwachsenden diesem Risiko ausgesetzt werden müssen, um einen Erkenntnisgewinn für die Allgemeinheit zu erzielen – entsprechende Bestimmungen existieren.

Wie würden die Leser entscheiden – würden sie ihr Kind in eine solche Studie geben? Ich glaube, die Allgemeinheit muss den Eltern, die das getan haben, sehr, sehr dankbar sein! Nun kommt die Stiko und will mehr Daten, bevor sie eine Empfehlung ausspricht – im Endeffekt bedeutet dies, dass die Stiko darauf wartet, dass Menschen aus anderen Ländern die Versuchskaninchen für uns Deutsche spielen. Ich empfinde das als schäbig.

Ganz ähnlich hatte die Stiko zu geringe Datenmengen von alten Menschen bei der europäischen Erstzulassung von AstraZeneca beklagt und wollte keine Empfehlung aussprechen. Ja natürlich, da alte Menschen die Hochrisikogruppe bei Corona darstellen, hatte die Primärstudie zur Zulassung keinen hohen Altenanteil – wer könnte den Einschluss von vielen älteren Menschen in die Primärstudie verantworten?

Die Wissenschaftler der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hatten mit wissenschaftlicher Gründlichkeit keine Anhaltspunkte gefunden, warum die Impfung bei Älteren nicht zu empfehlen wäre. Aber auch hier konnte die Stiko nichts empfehlen und wollte mehr Daten. Die Risiko Delegation klappte und die britischen Senioren und Seniorinnen sprangen für uns in die Bresche. Nachdem dann mit AstraZeneca bei jungen Frauen Probleme bekannt wurden, schwenkte die Stiko um 180 Grad zu einer Empfehlung nur für Ältere.

Die Stiko hatte in früheren Jahren weitgehend unbeobachtet ihre Empfehlungen ausgesprochen und hier soll kein Urteil zur Güte dieser Arbeit vorgebracht werden. Die Stiko im Rahmen von Corona hat aus meiner Sicht kontraproduktiv und unethisch gewirkt, so wurde die deutsche Impfkampagne von der Stiko massiv behindert und chaotisiert. Schluss damit!

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Joachim Möcks
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Könnte es sein, dass Ihr Kommentator Alexander Müller von einer falschen Prämisse ausgeht? Oder kann er in die berühmte Glaskugel blicken und garantieren, dass die Impfung ohne jegliche Folgeschäden geschieht? Mitnichten! Deshalb ist die Einstellung der TSG Hoffenheim und deren Geschäftsführer Jan Mayer sehr zu begrüßen, getestete Personen gegenüber Geimpften gleichzustellen; ein Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe (Stadionbesuch) wäre auch grundgesetzwidrig und ein perfider Impfzwang durch die vielbesagte „Hintertür“!

Die unredliche Praxis, eine Bratwurst als Anreiz für eine schnelle Impfung, ist absurd und unverantwortlich, verletzt sie in amoralischer Weise die staatliche Fürsorgepflicht auch jenen gegenüber, die eher über ein gering differenziertes Bewerten der Situation verfügen!

Niemals kann es Bürgerpflicht sein, wie der äußerst autoritäre Ministerpräsident Kretschmann lospoltert und ein sehr negatives „framing“ („Impfmuffel“) sollte sich ein seriöser Journalist sparen; denn auch er sollte in Erwägung ziehen können, dass die Entscheidung pro oder contra Impfung aus guten Gründen eine individuelle und persönliche bleiben muss, die auf allen Ebenen – auch beim 1. FC Köln – zu respektieren ist.

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Michael Wendling
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Vielen Deutschen, auch einigen Journalisten des „Mannheimer Morgen“, scheint nicht klar zu sein, dass eine Einschränkung der Grundrechte nur bei einem Notstand von nationaler Tragweite erlaubt ist. (Ob ein derartiger Notstand im Jahr 2020 und in diesem Jahr überhaupt vorlag, soll hier nicht diskutiert werden). Wenn Grundrechte uneingeschränkt wieder gelten sollen, muss zunächst einmal der Notstand von nationaler Tragweite für beendigt erklärt werden. Sobald diese Erklärung vorliegt, können alle, Ungeimpfte wie Geimpfte, uneingeschränkt wieder ihre Grundrechte genießen. Vom rechtlichen Standpunkt aus ist nicht mehr dazu zu sagen.

Der Gedanke, dass Grundrechte für einige (Geimpfte) gelten und für andere (Ungeimpfte) nicht, ist so abenteuerlich, dass sich jede Diskussion erübrigt, Jeder demokratisch Gebildete weiß, dass Grundrechte entweder für alle gelten oder letzten Endes für niemanden. Schließlich ist, abgesehen von allen rechtsstaatlichen Erwägungen, zu konstatieren, dass Geimpfte das Virus ebenso wie Ungeimpfte übertragen können. Warum unter diesem Gesichtspunkt Geimpften Dinge erlaubt sein sollen, die Ungeimpften nicht erlaubt werden, ist auch unter diesem Aspekt nicht einsichtig.

Für mich zeigt die Diskussion im Grunde nur, dass die „Corona-Politik“ der Bundes- und Landesregierungen in der Bundesrepublik hoffnungslos gescheitert ist.

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Gunter Zimmermann
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