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Corona und Impfen als Thema

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Zum Thema Corona:

Wer sich nicht impfen lassen will, wird künftig – wie hier auf der Insel Sylt – nur mit Test in Restaurants dürfen. © dpa
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„Druck erzeugt Gegendruck“ ist ein Sprichwort – mehr aber nicht. Es gilt für die Physik, aber nicht für die Menschen. Dazu gibt es viele Beispiele. Wenn wir kein Geld verdienen müssten (Druck), würden wir viel weniger arbeiten, wenn ich keine Steuer zahlen müsste (Druck), würde ich auch keine zahlen. Wir brauchen also alle Druck! Motivation ist gut, sie genügt aber nicht. In der gesamten Schöpfung gilt: Auf einen Angriff gibt es Flucht oder Gegenwehr. Das gilt im Tierreich und bei den Menschen. Die „Argumente“ genügen also nicht.

Wer ungeimpft mit Ungeimpften zusammenkommt, der ist eine Gefahr für andere. Wenn daraus einer in Todesgefahr auf der Intensivstation liegt, dann ist die „Freiheit“ verspielt. Freiheit ist also keine „Angstmache“und keine „Hintertür“, sondern das Portal zur Gesundheit. Konsequenz: Es muss sich nicht jeder impfen lassen, aber keiner darf den andern anstecken; auch der hat die Freiheit verdient!

Sehr geehrte Frau Kranz, Sie schreiben in Ihrem Kommentar von Impfpflicht, obwohl der angesprochene Minister Helge Braun in keiner Weise eine Impfpflicht gefordert hat. Impfen gegen Corona ist nach wie vor freiwillig! Und Herr Braun geht nach meiner Überzeugung auch keinen Schritt zu weit, wenn er ungeimpften Personen den Zugang zu Restaurants und so weiter verwehren will, denn es ist erstens doch wohl klar, dass ein Erkrankungsrisiko bei geimpften Personen geringer ist als bei ungeimpften und auch der Krankheitsverlauf ist bei geimpften wohl schwächer als bei ungeimpften Personen.

Tests selbst bezahlen

Zweitens ist auch klar, dass wir der Herdenimmunität mit jeder geimpften Person näher kommen und damit alle geschützt werden. Drittens ist auch nicht einzusehen, dass die Geimpften ein höheres Risiko eingehen sollen, nur weil manche Mitbürger zu faul, zu feige oder ängstlich sind, das geringe Impfrisiko einzugehen. Viertens ist auch nicht einzusehen, dass alle Tests kostenlos sind, beziehungsweise der Steuerzahler die Bequemlichkeit der Ungeimpften auch noch zahlen muss. Ich gehe davon aus, dass Sie, Frau Kranz, hoffentlich bereits geimpft sind.

In ihrem Kommentar lehnt Frau Kranz eine Impfpflicht durch die Hintertür ab. Getestete sollen die gleichen Rechte haben wie Geimpfte. Dann sollten die Tests aber auch selbst bezahlt werden. Wenn genügend Impfstoff da ist und jeder, der will, sich impfen lassen kann, ist nicht einzusehen warum der Staat, das heißt, wir alle, noch die Tests finanzieren und somit jeden Restaurant- oder Kinobesuch subventionieren sollen. Außerdem sind die Schnelltests nicht so sicher wie die PCR-Tests. Ich stimme da Herrn Habeck, Herrn Montgomery und Herrn Seehofer zu, die im Artikel „Nur mit Piks ins Restaurant“ klar darlegen, warum sie dafür sind, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte nicht weiter vorzuenthalten. Ich bin geimpft und habe somit alles getan was möglich ist, um mich und andere zu schützen.

Wenn andere, aus welchen Gründen auch immer, die Impfung ablehnen, müssen sie mit den Konsequenzen leben. Wir müssen auch die im Auge haben, die aufgrund des Alters (Kinder beziehungsweise Jugendliche für die noch keine Impfempfehlung vorliegt) noch nicht oder aus gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht geimpft werden können. Diese schützen wir auch, indem wir uns impfen lassen. Und für diese Menschen sollten auch weiterhin die Tests ausreichen und kostenlos sein.

Seit nunmehr 2019 haben wir das Virus in der Welt, seit März 2020 befasst sich die Politik mit Regeln und Verhaltensmaßnahmen gegen das Virus. Ein Ende ist auch in diesem Jahr nicht abzusehen und spätestens im Herbst 2021 kommen wieder verschärfte Regeln. Auch die Maskenpflicht wird nicht aufgehoben.

Die hochbetagten Menschen sind geimpft, Risikopatienten haben eine Impfung, alle anderen können/wollen sich impfen und sind es zum Teil auch. Eine Herdenimmunität, wie es der Regierung vorschwebt, werden wir in diesem Jahr nicht erreichen und auch für 2022 sehe ich persönlich keine Entspannung in der Pandemie. Nur wie lange möchte die Politik dieses Hin und Her der Maßnahmen noch betreiben?

Richtig zitieren

Wenn von Menschen, die sich gegen eine Corona-Impfung wehren, schon der Präsident des Robert-Koch-Instituts Herr Lothar Wieler zitiert wird, dann bitte doch vollständig und nicht aus dem Zusammenhang gerissen, so dass das angebliche Zitat, unvollständig wiedergegeben, zur eigenen Meinung passt. Frau Pabst zitiert Herrn Wieler in ihrem Leserbrief mit den Worten: „Je mehr wir impfen, desto mehr Mutationen werden wir haben.“

Wer sich die Mühe macht, und sich das komplette 45-minütige WDR 5-Tagesgespräch vom 18. Februar 2021 mit Herrn Wieler anhört, erfährt aber folgendes: „Wir liefern uns im Moment ein Wettrennen mit dem Virus.“ Je mehr Menschen geimpft werden, desto eifriger werde das Virus versuchen, durch Mutationen zu überleben. Umso wichtiger sei es deshalb, „dass möglichst schnell möglichst viele Menschen geimpft sind.“ Gleichzeitig könnten aber die Baupläne für die mRNA-Impfstoffe im Labor immer wieder an die Mutationen angepasst werden. „Das ist innerhalb weniger Wochen möglich.“

Ich empfehle für die Verfassung weiterer Leserbriefe eine detailliertere und intensivere Recherche, damit keine unwahren und unvollständigen Informationen verbreitet werden.

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Georg Schuhmann
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