Corona beschäftigt viele Leser

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Leere Klassenzimmer – so wird das auch in den kommenden Wochen aussehen, denn die Schulen bleiben vorerst geschlossen. © dpa

Zum Thema Corona:

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Vor einem Jahr erhielt die Menschheit ungebetenen Besuch von einem Virus, das wir kurz COVID-19 oder einfach Corona nannten. Eine teuflische Atemwegserkrankung, die sich meist durch Tröpfchenübertragung, aber auch über Aerosole verbreitet. Diese Pandemie hält uns in Schach. Sie lähmt unser tägliches Leben. Die Politik hat in enger Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut Maßnahmen ergriffen, um die Infektionskette zu unterbrechen. Alles erfolgt zu unser aller Schutz.

In Deutschland heißt es in Artikel 20 Grundgesetz: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ Die Politiker können also nicht machen, was sie wollen. Sie haben Aufträge von uns Wählern, direkt oder indirekt. Gerade die drastischen Kontaktbeschränkungen sind von eminenter Bedeutung, wenn wir im Kampf um die Corona-Bekämpfung erfolgreich sein wollen.

Die strikte Einhaltung der AHA-Formel durch alle Menschen ist ein wichtiger Baustein. Dass wir mit Alltagsmaske herumlaufen, Abstände zueinanderhalten, und vor allem Hygieneregeln einhalten müssen. Es ist doch klar, dass Versammlungen zu vermeiden sind. Dazu zählen auch größere Familienfeste. Ein „weiter so“ darf es leider nicht geben. Auch ich würde liebend gerne meine Kinder, Enkel, Verwandten und Freunde in die Arme schließen, weil es Balsam für die Seele ist. Deshalb kann ich durchaus verstehen, dass es immer wieder freudige Umarmungen gibt. Dabei geben wir aber den tückischen Viren die Chance, bei uns „anzudocken“ und uns zu infizieren. Die große Hoffnung im Kampf gegen die Pandemie ruht auf erfolgreichen Impfungen.  Von Johann Kose, Ladenburg

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Kindergärten bleiben geschlossen? Wieso denn geschlossen? Sie sind offen! Ich bin Erzieherin und finde es eine Frechheit, was in den Medien gesagt und geschrieben wird! In meiner Krippengruppe sind momentan neun von zehn Kindern anwesend und in den anderen Gruppen der Einrichtung sieht es nicht viel anders aus. Meine Kita ist da kein Einzelfall. Das soll eine Notbetreuung sein? Alle Eltern mit Präsenzpflicht haben Anspruch auf einen Platz, dazu kommen noch Eltern mit persönlichen Gründen.

Ich verstehe einerseits die Eltern, die auch mal wieder in Ruhe ihre Homeoffice Arbeit erledigen wollen und müssen, aber auf der anderen Seite heißt es, die Kontakte müssen weiter eingeschränkt werden und zum Schutz sollen die Leute im Homeoffice arbeiten. Aber wer schützt uns ErzieherInnen? Niemand! Wir müssen alle Kinder auffangen und uns der Gefahr aussetzten, die die Eltern vermeiden können. Wir haben täglich Kontakt zu 80 Haushalten. Ist das überhaupt zulässig? Eine Hochzeit feiern darf man nicht, aber 80 (und mehr) Kinder in eine Kita bringen, das ist erlaubt! Abstand halten? In der Kita nicht möglich! Wir können uns ja impfen lassen? Ja können wir, aber leider erst in einigen Monaten, da Kinder (und deren Eltern) den Virus scheinbar nicht übertragen.

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Ich bin Erzieherin, gehöre auch zur Risikogruppe und gehe trotzdem jeden Tag in die Kita, mit Bauchschmerzen, aber ich gehe. Eine andere Wahl hab ich ja auch nicht, denn ins Homeoffice kann ich nicht! Von Natascha Hammer, Mannheim

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Jetzt liest man, dass einige Politiker sagen, dass es nicht sein kann, dass Schulen und Kitas geschlossen sind, aber die Eltern ins Büro müssen. Dies bezog sich auf die Forderung nach mehr Homeoffice. Meine Frau ist selbst im Kindergarten tätig, aber von Schließung kann man da nicht reden! Wenn von zehn Kindern sieben anwesend sind. So etwas nennt man dann Notrufe. Dies ist in vielen Kitas so gang und gäbe. Wo ist das dann eine Schließung der Kita? Da läuft doch so einiges falsch. Von Ernst Weber, Mannheim

Gerade in Corona-Zeiten ist Mitmenschlichkeit sehr wichtig! Die Vesperkirche hat aktuell den richtigen Weg eingeschlagen, indem sie Menschen ohne Obdach eine warme Mahlzeit und einen Platz zum Aufwärmen und Reden bietet. Ich kann die Bedenkenträger hier nun wirklich nicht verstehen. Zumal alle Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Auch das Seniorentelefon ist sehr zu begrüßen. Es ist gut, wenn sich alleinlebende Menschen hier mal „ausquatschen“ können. An die vielen Singlehaushalte in der Stadt wird bezüglich der Kontakteinschränkungen viel zu wenig gedacht. Als berufstätiger Mensch mit Außenkontakt kann man sich wohl nicht vorstellen, wie stark das Leben derzeit für viele Menschen nur auf die eigenen vier Wände reduziert ist.

Die Coronaviren sind in der Welt und mutieren, sie werden nicht mehr verschwinden. Wir alle müssen lernen damit umzugehen. Langfristig muss es deshalb auch darum gehen, welche Maßnahmen nachweislich wirkungsvoll, sinnvoll und noch vertretbar sind. Auf jeden Fall müssen aber die Folgen für unser Zusammenleben in stärkerem Maße als bisher bedacht werden. Von Karin Steffan, Mannheim

Fassungslos habe ich die Meldung mit der Aussage von unserem Außenminister Maas gelesen: „Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen.“ Diese Äußerung verletzt die Würde des Menschen, dem höchsten unserer Grundrechte, und proklamiert eine neue Form von Rassismus, die Spaltung der Gesellschaft in Geimpfte und Nichtgeimpfte. Und der nächste Schritt ist eine Kennzeichnung, damit jeder gleich erkennt, wer was ist? Schon der Gedanke einer derartigen Selektion ist eines deutschen Außenministers unwürdig. Von Rainer Tiede, Biblis

Ab 18. Januar soll die Anmeldung auch für den Impfort Weinheim möglich sein. Um sieben Uhr ist dieser Impfort nicht in der Tabelle von impfterminservice.de enthalten. 24-Stundenservice ist etwas anderes. Versuche einer Anmeldung in Heidelberg sind bisher alle fehlgeschlagen. Nach Eingabe des Vermittlungscodes erscheint die Meldung „Es wurden keine Termine gefunden“. Es können auch keine gefunden werden, da ich ja erst einen Termin buchen möchte, oder soll dies heißen: „Es sind zur Zeit keine freien Termine verfügbar?“ Dann sollte man es auch so schreiben. Ich hoffe auf Besserung. Die ersten drei Wochen sind um. Die in diesen drei Wochen Geimpften werden in den folgenden drei Wochen ihre zweite Impfung erhalten. Damit sind diese drei Wochen durch die bereits Geimpften blockiert. Neue Termine für Erst-Impfungen dann erst wieder ab 8. Februar? Von Gerhard Beckenbach, Hirschberg

Hilfen von Bund und Ländern für die Gemeinden setzt aber doch auch voraus, dass sich diese in ihren Ausgaben zügeln. Erfreulicherweise soll das jetzt wenigstens nach Streichbarem in unserer Quadratestadt untersucht werden, wie von Beigeordnetem Specht zu erfahren war.

Abgewürgt wird da gar nichts, aber den Verhältnissen muss Rechnung getragen werden. Die Neuerfindung Mannheims ist eh eine Überideologie, die hier keine Tradition hat und auch nicht eingeführt werden sollte. Von Mathias Wagener, Mannheim

Im Artikel vom 24. Dezember „Leere Straßen, volle Geschäfte“ berichten Sie über Menschen, die am 23. Dezember in Mannheim einkaufen waren. Unter anderem wird eine Frau erwähnt, die mit ihrem Lebensgefährten, ihrem Ex-Mann und drei Kindern einkaufen war. Also sechs Personen für einen Einkauf! Eigentlich sollte jeder wissen, dass während der Corona-Pandemie (Mannheim hatte an diesem Tag einen Inzidenzwert von 264,6) Einkäufe alleine getätigt werden sollen.

Hätten sich zwei Erwachsene nicht um die drei Kinder kümmern können, und eine Person geht einkaufen? Am meisten hat mich verwundert, dass der Verfasser dieses Berichts diesbezüglich keine Fragen gestellt, sondern es so dargestellt hat, als sei ein Einkaufsbummel zu sechst völlig normal (wo doch geraten wird, zuhause zu bleiben). Bleibt letztendlich nur noch die Frage, ob an die Bedürfnisse der Kinder gedacht wurde, die sich höchstwahrscheinlich beim Spielen zuhause wohler gefühlt hätten. Von Jutta Amberger, Ladenburg