Besucher von Kirchen eher immun?

Von 
Leserbrief-Schreiber: Angela Wolf
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Zum Kommentar „Falsches Signal“ vom 15. Januar:

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Herrn Ragges Kommentar pflichte ich vollkommen bei. Tatsächlich hatte ich anerkennend zur Kenntnis genommen, dass die Mannheimer Kirchen sich mit allen Menschen solidarisch zeigen, die eindringlichen Empfehlungen bezüglich persönlicher Kontaktbeschränkungen ernst nehmen und sie dauerhaft vorleben. Gottesdienste in den Kirchen vor Ort wurden ausgesetzt. Und das war richtig so.

Leider kneifen die Dekane nun. Geduld und Ausdauer ist weiterhin von allen Menschen gefordert. Sie macht Hoffnung auf ein Ende der Pandemie – irgendwann. Dabei wirbt die Kirche doch immer wieder, in Zeiten der Verunsicherung und im Alleinsein, die Hoffnung nicht aufzugeben, stark zu sein und Ausdauer zu bewahren. Gerade Ausdauer ist doch eine Eigenschaft, die der Kirche und ihren Obersten durchaus nicht fremd ist, denken wir nur an das fortdauernde Aussitzen von Missständen, zum Beispiel bei der Aufarbeitung der innerkirchlichen Verbrechen bezüglich massenhafter Missbrauchsfälle. Da hat die Kirche kein Problem, sogar jahrzehntelang durchzuhalten.

Entscheidung ist fatal

Warum fühlen sich unsere Kirchenoberen jetzt ausgerechnet so getrieben, trotz allerernster Warnungen der Fachleute, den sinnvollen Lockdown in Gotteshäusern aufzuheben? Der Inzidenzwert in Mannheim ist nach wie vor erschreckend hoch. Die Entscheidung ist fatal. Glaubt man allen Ernstes, dass Kirchenbesucher, die „ausgewählte“ Kirchen besuchen, eher immun sind? Oder hofft man insgeheim, damit die Zahl der Kirchenaustritte zu stoppen und dem bröckelnden Image der Kirche entgegenzusteuern? Menschen, die mit ihrem Gott in Kontakt treten möchten, finden sicherlich einen anderen Zugang, als sich leichtsinnig einem Corona-Kontakt-Risiko aus- und die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Von Angela Wolf, Mannheim

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Veröffentlicht
Von
Peter W. Ragge
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