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Nahverkehr Begleitpersonal in Bussen und Bahnen

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Zum Artikel „Beleidigung und Ohrfeige“ vom 6. September:

Auch ich habe meine persönlichen Erfahrungen mit dem ÖPNV in der Region, den ich zugegebenermaßen nur im äußersten Notfall nutze, nach einer Auslandsreise Freitagabend gegen 21 Uhr gemacht: Einstieg am Heidelberger Hauptbahnhof in Linie 5 Richtung Heidelberger Innenstadt: Ein Fahrrad steht in der Bahn quer zum Einstieg, als ich das Fahrrad aus dem Weg räume, um überhaupt einsteigen zu können, kommt ein leicht alkoholisierter Mensch auf mich zu, um mich mit: „Hey, Alter, mach langsam!“ zu begrüßen.

Junge Leute mit geöffneter Bierflasche steigen ein, darunter auch welche, die einen Sixpack Bier mit sich tragen. Bei einem fällt der Sixpack im Gedränge zu Boden, eine Flasche zerspringt und die Bahn „duftet“ nun kräftig nach Hopfen und Malz.

Wenige Meter von mir entfernt kreist die Wodkaflasche in einer Gruppe von jungen Männern und Frauen und der Geräuschpegel steigt. Schräg gegenüber sitzt ein sehr ungepflegter „Herr“, der einen Schuh und den Strumpf ausgezogen hat, um sich die Zehenzwischenräume etwas zu säubern. Ein Herr, den ich dem Aussehen als Migrant einschätze, fühlt sich in diesem Milieu unwohl und wechselt den Platz in einen der vorderen Wagen.

Wer meint, dies sei ein Prosatext, der irrt. Im letzten Jahr brachte ich meinen Pkw zur Inspektion und fuhr mit dem Bus nach Hause. Wegen der Pandemie wurden mehrere Plätze als besetzt gekennzeichnet, um die notwendigen Abstände einhalten zu können. Diese Plätze waren total versifft, weil zahlreiche „Fahrgäste“, diese zum Ablegen der Füße genutzt hatten. Meine Erfahrungen teilte ich auch dem rnv mit. Reaktion: Man wisse um die Problematik, aber man könne dagegen nichts tun!

Amsterdam als Vorbild

Anstelle ständig den kostenlosen ÖPNV zu fordern, wäre es sinnvoller, den Fahrpreis ein wenig zu erhöhen, um Begleitpersonal in Bussen und Bahnen einsetzen zu können. Dies schafft Arbeitsplätze, die Kosten für Reinigung und Beschädigungen der Fahrzeuge würden sich reduzieren und zahlreiche Fahrgäste würden sich sicherer fühlen. Dass es auch anders funktioniert, zeigt das Beispiel Amsterdam. Der Einstieg in die Straßenbahn ist nur in einem hinteren Wagen möglich. Dort sitzt in einer kleinen Kabine ein Kontrolleur, der Wochen- und Monatskarten kontrolliert und auch Karten verkauft. Mit Bildschirm und Sprechfunk ist er mit dem Fahrer verbunden.

Mit geöffneter Bierflasche oder Cheeseburger oder Eis hätte man keine Chance. In Deutschland unmöglich, das wäre ja eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Wir sind ja sooo liberal!

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Von
Jürgen Hebling
Ort
Schriesheim
Datum
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3nESJrU

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