Beben kann man nicht stoppen

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Leserbrief-Schreiber: Antonius Sommer
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Zum Artikel „Zwischen Zukunftshoffnung und Erdbeben-Angst“ vom 6. Februar:

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Martin Geiger, Redakteur des „MM“, hat gleich mehrere Artikel über Tiefe Geothermie (TG) geschrieben – alle Artikel zu einem umstrittenen Thema dermaßen tendenziös. Kritiker beziehungsweise Gegner der TG kommen so gut wie nicht zu Wort, obwohl es in einer gesonderten Spalte (die online dann schon nicht mehr zugänglich ist) eine Aufzählung von zahlreichen Fehlversuchen gibt; diese werden jedoch nicht weiter ausgewertet und spielen als Fakten für die Stellungnahmen keine Rolle.

„Wenn Ideologie und Fakten sich widersprechen, dann ist es umso schlimmer für die Fakten“ – seit Präsident Trump ein gängiges öffentliches Verfahren! MVV und EnBW können sich die Hände reiben über so viel kostenlose Reklame. Mit der jüngst – auch von Geiger – immer wieder beschworenen „Information der Bürger“ hat das nichts zu tun. Da war die Diskussion in Brühl vor rund zehn Jahren schon weiter.

Fehler in Mannheim gemacht

Als einer der maßgeblichen „Experten“ wird der Leiter der Bergamtes Freiburg angeführt. Er mag Experte in dem Geschehen sein, aber unabhängiger Wissenschaftler ist er nicht, denn er ist Landesbeamter von Baden-Württemberg und als solcher ausführendes Organ der Regierungspolitik; sein Dienstherr ist der Stuttgarter grüne Umweltminister Franz Untersteller, ein rücksichtsloser Befürworter der TG.

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Wenn man die Erde vor gravierenden Eingriffen schützen möchte, darf man offensichtlich nicht mehr „Grün“ wählen. Die Erdbebenereignisse der letzten Monate aus dem Raum Straßburg werden von Geiger zwar erwähnt, aber eine nähere Auseinandersetzung damit findet nicht statt, sonst hätte dargestellt werden müssen, dass die Erdbebenserien auch auf deutscher Seite noch weithin spürbar waren und sogar sichtbare Auswirkungen auf Häuser hatten. Es hätte auch dargestellt werden müssen, dass die zuständige französische Behörde das TG-Projekt im November schon endgültig gestoppt und stillgelegt hat. Und es hätte dargelegt werden müssen, dass man solche, von Menschen verursachte Beben nicht mehr stoppen kann, wenn sich die entsprechenden Druckverhältnisse in der Erde aufgebaut haben; denn nach dem Stopp gab es zahlreiche Nachbeben! Vor Ort, am aktuellen Geschehen etwa recherchiert, hat Martin Geiger nicht – keiner der Verantwortlichen, keiner der dortigen Experten ist dazu gehört worden.

Hat unserer Regionalzeitung noch niemand verraten, dass der eigentliche Fehler in Mannheim gemacht wurde, als trotz jahrzehntelanger Kohle-Öl-Gas-Klima-Debatte das Kohlekraftwerk kurz vorm absehbaren Kohlestopp fleißig und teuer ausgebaut und über die Fernwärme die Energieversorgung der ganzen Region darauf aufgebaut wurde? Jetzt ist man offenbar darauf angewiesen, zulasten der Bevölkerung in dicht besiedelten Wohngebieten sogar in Erdlöchern nach dürftigen Energiequellen zu suchen.

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Antonius Sommer, Brühl

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Info: Originalartikel unter http://bit.ly/3qaMAlO