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Aufklärung unerwünscht

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Zum Artikel „Neue Töne für den Elektrobus“ vom 7. Mai:

Es ist ärgerlich, entspricht aber der Sprachregelung der Öko-Politik. Eine Offenlegung der widersprüchlichen Verhältnisse ist kaum zu finden, eher entsteht der Eindruck, eine Aufklärung ist nicht erwünscht. Die Firma Volvo hat dankenswerterweise eine Untersuchung durchgeführt, die etwas Licht ins Dunkel bringt. Danach wird ihr vollelektrischer SUV mit elf Tonnen Co2 (!) hergestellt, sieben Tonnen allein für die Batterie, vier Tonnen für das Fahrzeug.

Die Batterie ist eine große Herausforderung. Was die Seltenen Erden anbelangt, könnten sich wohl auch neue Abhängigkeiten von Ländern ergeben, die entsprechende Vorkommen haben und nach machtpolitischen Vorstellungen zuteilen können. Bei Öl und Gas erleben wir gerade solche Abhängigkeiten. Die Beschränkung auf den emissionsfreien Betrieb ist daher irreführend. Wenn wir einen hoffentlich guten Zweck verfolgen wollen, nachdem sich das Handeln zu richten hat, und die Bürger nicht verunsichert werden dürfen, meinen Politiker offensichtlich, auf diesen Trick zurückgreifen zu müssen.

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Aber auch für den emissionsfreien Alltagsbetrieb gibt es zwangsläufige eine Ergänzung. Das Laden der Batterie ist nicht frei von Emissionen und hängt von dem Energiemix zur Erzeugung des Stromes ab. Dieser ist bei uns nicht sehr günstig, da die Primärenergie zum Teil aus atomaren (die ist bekanntlich des Teufels) und fossilen Quellen stammt. Wind und Sonnenenergie sind aber auch nicht ohne erhebliche Emissionen und Umweltschäden zu erhalten, was ebenfalls gern verschwiegen wird.

Genaue Daten zu den E-Bussen sind mir nicht bekannt. Wir können aber ohne weiteres hochrechnen und sind erstaunt über die Feststellung, sie seien „emissionsfrei und damit klimafreundlich unterwegs“. Wiederum schätze ich, dass die Busse einige Jahre unterwegs sein müssen, um das riesige Co2-Paket, das sie von ihrer Herstellung mitschleppen, zu neutralisieren. Unter diesen Voraussetzungen ist eine bewusste Irreführung nicht auszuschließen. Wünschenswert wäre eine offene Klärung der Verhältnisse mit einer Begründung, warum man dennoch an der Umstellung auf die elektrische Antriebsart festhalten möchte.

Bernd Kissel, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3FwKSDC

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