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Auch Schmidt von Partei im Stich gelassen

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Zum Kommentar „Der falsche Mann“ vom 4. September:

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„Leider geht es jetzt nur um die harte Machtfrage: Mit wem haben wir die besten Chancen? Es geht nicht um persönliche Sympathie, Vertrauen oder Charaktereigenschaften. Es hilft nichts, wenn jemand nach allgemeiner Überzeugung absolut kanzlerfähig ist, aber dieses Amt nicht erreicht, weil die Wählerinnen und Wähler ihn nicht lassen.“ Mit diesen Worten sprach sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) für Markus Söder als Kanzlerkandidaten aus. Dafür wurde er in den Medien und aus den eigenen Reihen scharf kritisiert und als Opportunist hingestellt.

Unverbindliche Wahlprogramme

Dabei hatte er völlig recht. Bei einer Wahl geht es einzig und allein darum, diese zu gewinnen. Die CDU-Verantwortlichen entschieden sich allen Umfragen zum Trotz für Armin Laschet. Weil der Wahrheitswert der Wahlprogramme der konkurrierenden Parteien in seiner Unverbindlichkeit kaum zu überbieten ist, scheinen sich die meisten Wähler nur noch mit der Kompetenz und der Glaubwürdigkeit der Kanzleramtsbewerber zu begnügen.

Hier behauptet derzeit Olaf Scholz unangefochten die Spitzenposition. Erinnert sich noch jemand daran, als es 2019 um die Wahl in Form einer Mitgliederbefragung der künftigen SPD-Parteivorsitzenden ging und an das demütigende Ergebnis für Olaf Scholz und Klara Geywitz? Wo war die Unterstützung seiner Partei geblieben? Auf der Strecke. Wer erinnert sich noch an Helmut Schmidt, Bundeskanzler von 1974 bis 1983? Er war Befürworter der Kernkraft und des Nato-Doppelbeschlusses. In der Bevölkerung genoss er großes Ansehen. Vor allem in Sicherheitsfragen verlor er schließlich die Unterstützung seiner Partei. Enttäuscht und von seiner Partei im Stich gelassen schied er 1986 aus dem Bundestag.

Solide durch unruhige Zukunft

Wird Olaf Scholz ein ähnliches Schicksal beschieden sein? Armin Laschet ist kein Charismatiker. Dass er die Menschen zu Begeisterungsstürmen hinreißen kann, ist nicht bekannt. Schmutzeleien werden auch nicht berichtet. Verliert er die Wahl, weil er an falscher Stelle im falschen Augenblick gelacht hat? Wenn es ihm aber gelingt, fähige Frauen und Männer um sich zu scharen, könnte er die Bundesrepublik solide durch eine unruhige Zukunft steuern. Stehvermögen hat er bewiesen. Wie ist es um das Geschichtsbewusstsein der Deutschen bestellt? Am 26. September wissen wir mehr.

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Rudolf Jansche
Ort
Wilhelmsfeld
Datum
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