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Migration Anwerbeabkommen wieder auflegen

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Zum Artikel „Neue Heimat in einer fremden Stadt“ vom 29. Oktober:

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Dem „Mannheimer Morgen“ gebühren Dank und Anerkennung für den sehr ausführlichen Bericht – auf einer Doppelseite! – über das 60-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens für Arbeitnehmer mit der Türkei. In dessen Folge kamen viele Tausende „Gastarbeiter“ zu uns. Sie haben das in der ganzen Welt bestaunte deutsche Wirtschaftswunder ermöglicht. Sehr viele sind geblieben und haben sich mit ihren Nachkommen zum allergrößten Teil ausgezeichnet an die hiesigen Lebensweisen angepasst, ohne ihre kulturellen Wurzeln mehr als nötig aufzugeben. Der „Mannheimer Morgen“ zeigt das sehr schön an vier konkreten Beispielen.

Viele haben, wie Muslime aus anderen Ländern, die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Nach der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz herausgegeben hat, sind es bis jetzt 2,6 Millionen, knapp die Hälfte der bei uns lebenden Muslime. Aber wie stehen die Muslime mit deutscher Staatsbürgerschaft zur Demokratie? Sind Demokratie und Islam überhaupt vereinbar?

Dazu gibt es eine aktuelle Umfrage des renommierten Instituts für Demoskopie Allensbach. Auf die Frage „Ist die Demokratie, die wir hier haben, die beste Staatsform?“ antworteten 81 Prozent der deutschen Muslime mit Ja. Bei der Gesamtbevölkerung lag die Zustimmung bei 70 Prozent.

Auf die Frage „Funktioniert die Demokratie und unser politisches System?“ zeigten sich 80 Prozent der deutschen Muslime sehr oder einigermaßen zufrieden, die Gesamtbevölkerung lag hier wiederum bei 70 Prozent. Nur bei der Wahlbeteiligung fielen die deutschen Muslime mit 63 Prozent gegenüber 86 Prozent hinter die Gesamtbevölkerung zurück.

Erste Schlussfolgerung aus diesen Ergebnissen: Der Islam, jedenfalls der von deutschen Muslimen gelebte, ist sehr wohl mit der Demokratie vereinbar. Zweite Schlussfolgerung: Das Anwerbeabkommen, zeitgemäß modifiziert, könnte und sollte wieder aufgelegt werden.

Unsere heutige Situation ist der damaligen sehr ähnlich, wir brauchen Zuwanderung. Die Schätzungen liegen bei 400 000 bis 500 000 Menschen jährlich. Die Arbeitslosigkeit in der Türkei ist sehr hoch. Es spricht aber nichts dagegen, auch andere Länder, muslimische oder nicht, einzubeziehen.

 

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Von
Manfred K. Nagler
Ort
Mannheim
Datum
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