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Anlieger vor den Kopf gestoßen

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Zum Thema Parksituation am Collini-Center:

Ich schreibe hier als ehemaliger Mieter einer der wenigen Parkboxen, die sich in der noch vorhandenen Tiefgarage des Collini-Centers befinden – noch existierend, aber nun nach Kündigung leerstehend und ungenutzt. Der „feindlichen Übernahme“ des westlichen Collini-Grundstückes inklusive Büroturm und Galerie durch eine hier nicht mehr erwähnungsbedürftige Immobiliengesellschaft ist es zu verdanken, dass nun alle Ex-Tiefgaragennutzer ihre Fahrzeuge in der östlichen sogenannten „Mulde“ am Center parken müssen, sofern sie keine andere Stellmöglichkeit gefunden haben. Auch diese Mulde wurde parallel dazu von eben jener Firma erworben und soll hier langfristig nach deren Vorstellung von Urbanität gestaltet werden.

Noch ist die Mulde zum Parken ausgewiesen. Seither ist jedoch die Sauberkeit der Fahrzeuge Vergangenheit. Der mehr oder weniger strauchbaumhafte Bestand der Mulde, von entsprechend politisch eingestellten Menschen gern als „grüne Lunge“ geheißen, ist eine Zwischenstation für Rabenkrähen und den Rest der fliegenden Schöpfung. Neben dem Schlaf nutzen die Tiere das Gestrüpp, um darunter ihre Last loszuwerden. Bäume sind auf einem für Fahrzeuge gedachten Areal eigentlich die falsche Bepflanzung.

Wie Vieles bleibt es unverständlich, dass nicht nur Minderheiten treffende Probleme, sonst peinlichst beachtet, hier stadtseitig völlig ignoriert werden. Anlieger in großer Zahl wurden auf „vielfältige“ Art und Weise vor den Kopf gestoßen. Die Mulde stellt mithin für alle im Umkreis Wohnen- und Arbeitenden die letzte Möglichkeit dar, das motorisierte Gefährt abzustellen.

Es scheint, als wird hier ein neuer Versuch gestartet, Fahrzeugbesitzer aus der Stadt zu treiben. Wer mit dem „grünen Geist“ nicht einhergeht und es zudem noch wagt, einen Benziner oder Diesel zu fahren, gilt bestenfalls als „Gestriger“ oder Umwelt-Schädling, als politisch inkorrekt und Schlimmeres. So viel zur „Toleranz“ in dieser Gesellschaft, in der Andersdenker mit Vorliebe prangerisiert werden.

„Wertiges Wohnen“ bedeutet auch, sein Fahrzeug bei sich und verfügbar zu haben. Es mag eine Generation heranwachsen, die eine andere individuelle Beweglichkeit favorisiert. Ich gehöre einer älteren, „schon länger hier lebenden“ an und habe auch mit „freitägiger Zukunft“ nichts am Hut.

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Uwe Merkel
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Mannheim
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