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Leserforum Abenteuer Schwarzwaldstraße

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Zum Thema Schwarzwaldstraße:

Die Welt wird digitaler und virtueller. Man kann durch Kathedralen, Schlösser, Burgen, die schon lange nicht mehr vorhanden sind, virtuelle Rundgänge machen. Die analoge Welt wird aber kaum bewusst wahrgenommen, obwohl sie wunderbar vorhanden ist.

In Mannheim zum Beispiel gibt es eine Straße, die sich mit den Jahren in ein wunderbares, topographisches, dreidimensionales Modell verwandelt hat, und ihren Namen zu recht trägt: die Schwarzwaldstraße auf dem Lindenhof. Dort findet man den Schwarzwald naturgetreu in Miniatur nachempfunden, wenn man sie mit dem Auto befährt.

Der Autofahrer, der vom Waldparkdamm auf die Schwarzwaldstraße fährt und den Schwarzwald kennt, weiß beim ersten Rumpler, hoppla, die Badener Höhe, 1003 Meter hoch. Kurz runter, dann der nächste Schlag. Mehliskopf! 1008 Meter hoch. Jetzt, rums, die Hornisgrinde, 1163 Meter, die höchste nördliche Erhebung. Jetzt weiß der in Geografie Unkundige, warum sie Schwarzwaldstraße heißt, und auf was er sich eingelassen hat.

Platsch ins Höllental

Im Schwarzwald soll es über 100 Berge geben mit 1000 Meter Höhe über dem Meer, dazwischen Täler. Weil die Schwarzwaldstraße den Schwarzwald als naturgetreues Modell widerspiegelt, wird das Schütteln und Rütteln auf ihr zum Erlebnis. Bums, das Kinzigtal, dann wieder hoppla, Rohrhardsberg, Kandel, beide über 1000 Meter, dann platsch ins Höllental. Kommt Gegenverkehr? Nun folgt die Krönung! Es ist das Größte, wie man in einem Auto durchgerüttelt werden kann. Schauinsland, Toter Mann, Feldberg, Hochkopf, Habsberg, Herzogenhorn, Belchen, Köhlgarten. Die topographische Veränderung der Schwarzwaldstraße zu befahren, stellt alles in den Schatten, was Stoßdämpfer so aushalten können.

Wer in etwa der Mitte der Schwarzwaldstraße auf die Speyerer Straße abbiegt, merkt sofort, dass er in die Rheinebene kommt. Wer nicht abbiegt, erlebt das 3-D-Modell Schwarzwaldstraße weiter. Älteren Menschen mit lose sitzenden Zähne würde ich empfehlen, die Schwarzwaldstraße zu meiden. Ebenso Schwangere sollten sie nicht befahren, es sei denn, sie wollen keine Mutter werden. Medizinische Kosten fallen dabei nicht an.

Ottokar Charly Braun, Mannheim

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