Zur Situation des VfB: Die Spaltung bleibt

Marc Stevermüer zur Situation des VfB

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Marc Stevermüer
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Es hat ein wenig gedauert, bis der VfB Stuttgart Konsequenzen aus der Datenaffäre zog. Doch immerhin hat er es getan, was nach den Chaos-Wochen und dem Intrigantenstadl zuvor nicht zwingend zu erwarten war. Denn bis zuletzt drängte sich der hartnäckige Eindruck auf, dass ein Großteil der Führungsebene doch lieber die Vergehen der Vergangenheit ruhen lassen will und dafür sogar den um Aufklärung bemühten Präsidenten Claus Vogt aus dem Amt drängen wollte. Es war der Höhepunkt dieses von Missgunst und Maulwürfen geprägten Machtkampfes, an dem auch Thomas Hitzlsperger einen großen Anteil hat. Der einst tadellose Ruf des Vorstandsvorsitzenden ist nach dieser Schlammschlacht beschädigt – wie nachhaltig und gravierend, das hängt von den nächsten Wochen und natürlich von ihm selbst ab.

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Denn nach wie vor ist der Verein in zwei Lager gespalten. Auf der einen Seite steht der weitgehend in den Gremien isolierte Vogt, der aber die aktive Fanszene hinter sich weiß. In einem Traditionsclub wie dem VfB ist das ein wichtiges und richtiges Pfund. Auf der anderen steht Hitzlsperger, der den Präsidenten Ende Dezember in kaum zu glaubender Art und Weise öffentlich attackierte und bei der nächsten Wahl sogar gegen ihn antreten wollte. Ein abenteuerliches Ansinnen, das trotz des Rückzugs der Hitzlsperger-Kandidatur unter keinen Umständen vergessen werden darf. Denn es zeigt die tiefen Gräben, die trotz der ersten gezogenen Konsequenzen weiterhin bestehen und die entscheidende Frage aufwerfen: Wie will dieses Duo in Zukunft zusammenarbeiten? Mehr als ein Burgfrieden kann dabei nicht herauskommen. Und ein solcher hält bekanntlich selten lange.

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