Kommentar Zum Glasfaserausbau: Die Chance ergriffen

Hans-Jürgen Emmerich zum Glasfaserausbau

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Hans-Jürgen Emmerich
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Zeitweise sah es so aus, als würde der Ausbau an der geforderten Quote von 40 Prozent scheitern, doch jetzt steht fest: In Neckarhausen kommt das Turbo-Internet in jedes Haus. Das Unternehmen Deutsche Glasfaser investiert zwischen acht und zwölf Millionen Euro, um den Ort flächendeckend mit gigabitfähigen Anschlüssen zu versorgen. Das ist nicht nur eine gewinnbringende Investition für die eigene Geschäftstätigkeit, sondern auch in die Zukunft von Neckarhausen.

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Wer große Mengen an Daten senden oder empfangen will, wer per Video an Konferenzen seiner Firma oder am Fernunterricht unter Corona-Bedingungen in Schule und Hochschule teilnehmen muss, braucht sich in Zukunft nicht mehr in unendlicher Geduld üben oder die Luft anhalten, weil es zu Abbrüchen oder Unterbrechungen kommen kann.

Bandbreite entscheidet

Schnelles Internet ist heute fast genauso wichtig wie sauberes Trinkwasser oder elektrischer Strom. Wer es nicht hat, wird auf Dauer abgehängt. Mit dem flächendeckenden Glasfasernetz bekommt Neckarhausen, worauf andere Gemeinden vermutlich noch sehr lange warten müssen. Denn der geplante Rechtsanspruch auf schnelles Internet wird bei einer deutlich geringeren Bandbreite ansetzen.

Was bleibt, ist ein Grundproblem. Ausgebaut wird das Netz entweder dort, wo es für Anbieter lukrativ ist und sich genügend Abnehmer finden, oder aber dort, wo das Internet so unerträglich lahmt, dass die öffentliche Hand zum Handeln gezwungen ist, wie beispielsweise in Wilhelmsfeld. All jene, die heute eine halbwegs vertretbare Bandbreite haben, müssen sich in Geduld üben, bis auch bei ihnen das Glasfaserkabel ins Haus kommt. Was heute gerade noch so geht, kann aber in ein oder zwei Jahren schon viel zu langsam sein und bei stärkerer Beanspruchung in die Knie gehen. Neckarhausen und die Menschen hier haben deshalb gut daran getan, die Chance zu nutzen. Denn bis Fibernet sein Glasfaser in alle Häuser gebracht hat, können noch viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen. Das ist so quälend langsam wie langsames Internet.

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