Zum Corona-Gipfel von Flick und Lauterbach: Bodenhaftung verloren

Jan Kotulla zum Corona-Gipfel von Flick und Lauterbach

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Jan Kotulla
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Bravo! Hansi Flick und Karl Lauterbach wollen miteinander reden und nicht länger übereinander in sozialen Netzwerken schreiben. Immerhin.

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Zu besprechen gibt es einiges. Denn der Eindruck verfestigt sich mit zunehmender Lockdown-Dauer, dass sowohl der Politik als auch dem Profisport der Bezug zum alltäglichen Leben verloren geht. Da wird auf der einen Seite immer wieder betont, dass das Coronavirus nicht an Staatsgrenzen halt mache, nur um dann beispielsweise im Bereich der Bildung jedem Bundesland selbst zu überlassen, wie es mit Schulöffnungen und der Schülerbeförderung umgeht. Besonders spannend in einem Drei-Länder-Eck wie der Metropolregion.

Apropos Transport. Wer noch Zweifel daran hatte, dass der Profifußball vollkommen abgehoben ist, dem wurde das mit dem Heimflug von Thomas Müller im Ambulanzjet eindrücklich vor Augen geführt. Hier gilt es Lauterbach recht zu geben. Erst stellt sich Bayern-Vorstandsboss Rummenigge hin und will seine Profis als Vorbilder fürs Impfen verkaufen. Und kurz darauf werden für eines der Aushängeschilder des Clubs trotz positivem Coronatest sämtliche Regeln bis aufs Äußerste gedehnt. Zumal so ein Flug mehrere Zehntausende Euro kostet. Geld, mit dem die Bayern Notleidenden hätten helfen können. Vielleicht wäre es heilsam, wenn Flick und Lauterbach zu einem weiteren Gespräch einen Solo-Selbstständigen, eine Pflegekraft, eine Schülerin oder einen Hobby-Kicker mit dazuholen. Die würden mit Sicherheit dafür sorgen, dass die beiden die Bodenhaftung wiedererlangen.

Redaktion Sportredakteur