Zu zögerlich

Michael Schwarz zur Corona-Impfstrategie des Landes

Von 
Michael Schwarz
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Das Land hält an seinem vorsichtigen Kurs bei den Corona-Impfungen fest. Nur 50 Prozent der Impfdosen, die in Baden-Württemberg ankommen, werden sofort verimpft. Wegen aktueller Lieferengpässe wird gebunkert, um abzusichern, dass die zweite Impfung einer Person zwei bis drei Wochen später nicht gefährdet ist. Die Folge des Ganzen ist, dass der Südwesten im Vergleich mit anderen Bundesländern hinterherhinkt: Hier wurde bislang genau ein Prozent der Bevölkerung geimpft. So wenig wie nirgendwo sonst in der Republik.

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Mit Blick auf die Marktsituation scheint die Strategie zwar vernünftig zu sein. Sie richtet sich nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, laut der in Deutschland das vom Hersteller und den Zulassungsbehörden vorgesehene Zeitfenster zwischen beiden Impfungen eingehalten werden soll.

Trotzdem: Baden-Württemberg ist übervorsichtig. So sind in Mecklenburg-Vorpommern gemessen an der Bevölkerung bereits mehr als doppelt so viele Menschen geimpft wie im Südwesten. Auch in Bayern ist die Quote 60 Prozent höher. Der Südwesten geht hier so vor, als wären in den nächsten Wochen keine neuen Lieferungen zu erwarten.

Neben der Impfstoff-Frage gibt es vielerorts noch große organisatorische Probleme. Wer vergeblich versucht hat, einen Impftermin zu bekommen, kann davon ein Lied singen. Damit steht zudem der Start der landesweit 50 Kreisimpfzentren am kommenden Freitag unter keinem guten Stern.

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