Willkommene Impulse

Uwe Rauschelbach über die Nachfrage nach Baugebieten

Von 
Uwe Rauschelbach
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Bis ein Neubaugebiet so weit ist, dass es tatsächlich bebaut werden kann, vergeht eine Menge Zeit. Vom Grundstückserwerb über die Bauleitplanung bis zur Erschließung sind zahlreiche Hürden zu nehmen. Allein die sensiblen umwelt- und naturschutzrechtlichen Bestimmungen können ein solches Konzept enzyklopädisch anschwellen lassen. Damit ist Personal gebunden, das in der Verwaltung gerade bei der Abwicklung von Bauangelegenheiten seit Jahren von Auszehrung betroffen ist.

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Unabhängig davon findet die Kritik an der schleppenden Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete durchaus konkrete Anhaltspunkte. Während die Schließung innerstädtischer Baulücken leidlich vorankommt, hat sich seit den Neubaugebieten Rosenstock und Rheinlüssen in Lampertheim nicht mehr viel getan. Und das trotz des anhaltenden Siedlungsdrucks auf Lampertheimer Grund und Boden. Hier hat die Industrie- und Handelskammer bei ihrem Mittelzentrum-Ranking durchaus den Finger in eine Wunde gelegt. Freilich hängt das Gewerbegebiet an der Wormser Landstraße auch wegen des fehlenden Lückenschlusses der Ostumgehung sowie der rechtlich blockierten Ortsumgehung bei Rosengarten in den Seilen; aber ein Grund, nicht mit den freien Potenzialen zu wuchern, ist das noch lange nicht. Und dass man im Gleisdreieck, dem größten geschlossenen Neubaugebiet, nicht weiterkommt, weil eine Stromtrasse droht, ist einfach nur ärgerlich.

Diesbezüglich erscheint eine Neustrukturierung im Verhältnis von Verwaltung und Stadtentwicklungsgesellschaft umso dringlicher. Darüber hinaus wäre zu klären, wie Bauerwartungsland wie jenes Gelände im Sportfeld als attraktives Pfand in Umlauf gehalten werden kann, ohne im jahrelangen Warteprozess zu verschleißen. Die Anliegerinitiative in der Innenstadt scheint da willkommene Impulse zu liefern – wenn das Konzept nicht auch in der komplexen Abwägung verkümmert, die mit der Gesamtentwicklung des Innenstadtbereichs verknüpft ist. Diese muss nicht nur die Zukunft von Parkhaus und Sedanhalle klären, sondern etwa auch die weitere Entwicklung des Quartiers zwischen Domgasse und Emilienstraße. Jahrelange Warteschleifen haben freilich auch hier ihre Kurven in den Himmel über Lampertheim gefräst.

Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).