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Voller Widersprüche

Tobias Kisling über die neuen Regeln für Sportwetten

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Tobias Kisling
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Für die Glücksspielbranche bricht ein neues, ein digitales Zeitalter an. Die bisher verbotenen Online-Casinos sind erlaubt, Sportwetten endgültig aus ihrer Grauzone befreit. Die Bundesländer sehen den neuen Glücksspielstaatsvertrag als Errungenschaft für den Spielerschutz.

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Das Ziel, Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen zu kassieren, findet sich nirgends. Ehrlichkeit würde in diesem Fall auch zynisch anmuten: Geld kassieren auf dem Rücken derer, die abhängig sind. Um am Ende die Rechnung aufmachen zu müssen, ob die sozialen Folgekosten nicht die Einnahmen übersteigen.

Durch die Präsenz im Internet und im Fernsehen werden verstärkt Kinder und Jugendliche für das Glücksspiel sensibilisiert. Es ist eine Entwicklung, die besorgniserregend ist. Die Politik reagiert mit ihrem neuen Glücksspielstaatsvertrag unangemessen darauf. Das Vertragswerk steckt voller Widersprüche. Werbung für stationäre Spielhallen etwa ist verboten, Werbung für Online-Casinos und Sportwetten erlaubt – aber erst nach 21 Uhr. Als würden Jugendliche zu diesem Zeitpunkt bereits friedlich in ihren Betten schlummern.

Die Doppelmoral vieler Bundesländer, aber vor allem von Sportvereinen und -verbänden, ist unerträglich. Selbst der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der die Suchtmittelprävention in seinem Ethik-Kodex verankert hat, hat eine Kooperation mit einem Sportwettanbieter abgeschlossen. Die Gefahr wird verharmlost, sie kommt in der Gesellschaft an. Die Quittung könnte für alle am Ende teuer werden.

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