Verpflichtung für alle

Jan Kotulla fordert gemeinsamen Kampf gegen Missbrauch

Von 
Jan Kotulla
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Mitten im sportlichen Wettkampf ist keine Zeit für in Watte verpackte Tipps. Da sind klare Ansagen gefragt. Doch egal, ob in Drucksituationen und erst recht im Training hat das Grenzen. Diese sind ganz offensichtlich bei den Turnern in Chemnitz von der dortigen Trainerin überschritten worden. Und das aufs Übelste über viele Jahre.

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Es ist bezeichnend, dass es so lange gedauert hat, bis sich die betroffenen Athletinnen getraut haben – und ihnen geglaubt wurde – ehe eine Reaktion folgte. Auch da muss sich ganz schnell ganz viel ändern.

Sportrechtler Michael Lehner hatte im Interview mit dieser Redaktion vor kurzem quasi wortgleich das gefordert, was der DTB nun anstrebt. „Jeder, der gegen Doping und für einen sauberen Sport ist, der sollte auch gegen ein Abhängigkeitstraining sein, das Kinder durch unnatürliche Methoden dazu bringt, dem Gewinn einer Goldmedaille alles unterzuordnen.“

Recht hat er. Kein Titel ist es wert, dass Kinder gequält werden. Sei es seelisch oder körperlich. Dieser Preis ist einfach zu hoch. Es geht nicht darum, auch einmal über die Schmerzgrenze hinausgehen. Das wissen auch die Talente. Doch gerade sie müssen ihren Coaches vertrauen können, dass ihre Gesundheit und ihre Psyche kostbarer sind als jedes Edelmetall.

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Es ist die Verpflichtung jedes Einzelnen, die Augen und Ohren offen zu halten, um möglichem Missbrauch keine Chance zu bieten. Hier geht es um die Verhinderung eines Verbrechens – nicht um ein Kavaliersdelikt.

Redaktion Sportredakteur