Trumps Deal

Walter Serif zum Abkommen der USA mit den Taliban

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US-Präsident Donald Trumps Vorliebe für krasse Diktatoren wie Nordkoreas Kim Jong Un ist ja schon hinreichend bekannt. Jetzt hat Trump auch noch ein Faible für Steinzeit-Islamisten, die in Afghanistan Frauen in Burkas stecken oder Dieben die Hand abhacken. Der US-Präsident hat wieder einmal einen Super-Deal aushandeln lassen, der den Frieden bringen soll. Das ist natürlich ein schönes Ziel, nur wie soll das funktionieren, denn das Abkommen wurde an der Regierung in Kabul vorbei mit den Taliban getroffen?

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Die Besatzungsmacht USA hat also mit den Islamisten einen Vertrag geschlossen, der den Rückzug der amerikanischen Truppen zum Ziel hat. Trump meint zwar, die US-Soldaten würden wieder zurückkommen, wenn die Taliban einen neuen Krieg anzetteln würden, aber ernsthaft glaubt das wohl keiner. Seltsam ist es außerdem, dass nicht einmal ein umfassender Waffenstillstand vereinbart wurde. Stattdessen werden die Taliban international salonfähig gemacht und dürfen sich sogar Hoffnungen machen, demnächst in Kabul an die Regierung zu kommen.

Sollte es wirklich ernsthafte Verhandlungen geben, werden die Taliban versuchen, ihre Vorstellungen von einer archaischen Gesellschaft durchzusetzen, in der vor allem die Frauen nichts zu lachen haben werden. Die Scharia, die den Alltag im Herrschaftsgebiet der Taliban bestimmt, verstößt gegen die Menschenrechte und öffnet der Willkür Tür und Tor. Andererseits hat der gewaltsame Versuch der Sowjetunion und der USA, Afghanistan ihr System aufzuzwingen, den Menschen am Hindukusch auch nur 40 Jahre Krieg und Elend gebracht.

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Von
dpa
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