Schulen und Kitas geschlossen lassen!

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Wegen einer Reihe entdeckter Mutationen des Coronavirus im Südwesten hat die Landesregierung ihre Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen verschoben. © Philipp von Ditfurth/dpa

Noch ist nicht bekannt, welche der hochansteckenden Coronavirus-Mutanten in der Freiburger Kita aufgetreten ist. Und auch über die genauen Umstände und die Infektionsketten weiß man noch zu wenig. Aber was bisher bekannt ist, lässt Schlimmstes befürchten: 21 nachgewiesene Infektionsfälle unter den Kindern und Erwachsenen in einer Freiburger Kita. Und mindestens zwei Kinder tragen eine der hochansteckenden neuen Virus-Mutationen in sich.

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Die Sequenzierung der Proben aus dieser Kita – also die Untersuchung auf den genauen Virustyp – erfolgte dabei nicht gezielt, sondern stichprobenhaft. Der Fund war ein Zufall. Und die Untersuchungsergebnisse der anderen Proben aus der Kita stehen noch aus. Das heißt: Die Mutation könnte längst viel weiter verbreitet sein. Bewahrheitet sich die Befürchtung, stehen wir vor einer völlig neuen Lage.

Damit ist die bislang von der Landesregierung vertretene Position, dass Kinder unter zehn Jahren nicht wesentlich am Infektionsgeschehen beteiligt seien, nicht mehr haltbar. Kritik an dieser Einschätzung und der zugrundeliegenden Studie gibt es schon länger. Nun muss dies dringend neu und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung bewertet werden. Und der Kultusministerin fliegt ihre umstrittene Weihnachtsankündigung, unabhängig von Inzidenzzahlen die Schulen wieder öffnen zu wollen, vollends um die Ohren.

Unter diesen Umständen dürfte nicht nur die eigentlich geplante Öffnung von Kitas und Grundschulen im Land am kommenden Montag vom Tisch sein. Denn bis das Geschehen von Freiburg nicht geklärt ist, wäre alles andere in höchstem Maße fahrlässig. Auch das Personal in der Notbetreuung oder an den Schulen, an denen in irgendeiner Form Präsenzunterricht oder stattfindet – muss mit höchster Priorität geschützt werden, soll nicht alles an Betreuung dichtgemacht werden. Dazu gehört schnellstens auch eine Impfung.

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Die bittere Erkenntnis ist: Das Virus lässt nicht locker – sondern wandelt sich und greift auch noch da an, wo es uns bislang verschont hat. Kretschmann kündigte für den Fall der Ausbreitung der Mutationen bereits drastische Maßnahmen an. Bleibt nur zu hoffen, dass Freiburg ein Einzelfall bleibt. Aber viel spricht nicht dafür.