Nicht um jeden Preis

Jan Kotulla zur Ungewissheit über die Sommerspiele

Von 
Jan Kotulla
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Den Verantwortlichen in den Sportfachverbänden bleibt keine andere Wahl. Die Funktionäre müssen (sich) daran festhalten, dass die Olympischen Spiele in Tokio am 23. Juli eröffnet werden. Denn sie haben sich auf Gedeih und Verderb darauf verlassen, dass diese weltweit teuer an TV-Sender und Sponsoren verkauften Wettkämpfe alle vier Jahre stattfinden und über das Internationale Olympische Komitee so Geld in die Kassen gespült wird. An eine Verschiebung, erst recht an einen Ausfall hat niemand gedacht, weil das einfach undenkbar war. Denkste.

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Die Corona-Pandemie hat auch hier alles auf den Kopf gestellt. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass Zuschauer zugelassen werden, die Zustimmung in Japan zu den Spielen sinkt. Sollten die Macher um jeden Preis an der Austragung festhalten, könnte sich das für künftige Bewerbungen als Boomerang erweisen. Was bei den Winterspielen schon normal ist, nämlich, dass es kaum noch Bewerbungen aus demokratischen Staaten gibt, droht sich auf den Sommer auszuweiten. Weil die Menschen den Eindruck haben, dass bei den Spielen der Kommerz wichtiger ist als der Sport.

Redaktion Sportredakteur