Mehr Planungssicherheit für Veranstalter

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Peter W. Ragge
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Mannheim. Sich beim Mannheimer Stadtfest mit Menschenmassen durch die Planken schieben, im dichten Pulk vor einer Bühne jubeln oder gar beim Schlossfest im Rittersaal eng zusammen sitzen, dann im Schneckenhof ausgelassen tanzen?

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Es gibt Menschen, die sich das wünschen – endlich wieder. Und es gibt Künstler, Eventplaner oder Veranstaltungstechniker, die von solchen Ereignissen leben und sie sich deshalb herbeisehnen. Aber es ist völlig unrealistisch, dass es solche Massenevents im Frühjahr, Sommer und Herbst geben wird. Und das muss man jetzt endlich einmal offen sagen.

Beschlossen ist der Lockdown nur bis zum 15. Februar. Doch selbst der größte Optimist, ja Fantast kann nicht davon ausgehen, dass danach in Wirtschaft und Gesellschaft, in Kultur und Freizeit wieder das normale Leben zurückkehrt. Nur gesteht das derzeit halt noch niemand ein.

Das genau ist das Problem. Die Lockdown-Regeln können nur im Vier-Wochen-Rhythmus beschlossenen werden, weil sie lediglich Verordnungen sind, keine vom Parlament verabschiedeten Gesetze. Juristisch ist das korrekt. Ehrlicher wäre aber, die Bevölkerung darauf vorzubereiten, dass nicht nur weitere „harte Wochen“ folgen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kürzlich sagte. Tatsächlich werden es Monate, und zwar viele Monate sein.

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Möglich, dass es im Sommer einige Lockerungen gibt. Aber Mediziner fordern, dass mindestens 60, besser 80 Prozent der Bevölkerung gegen das gefährliche Coronavirus geimpft sein müssen, ehe man langsam an Normalität denken kann. Derzeit sind aber erst zwei bis drei Prozent der Bevölkerung geimpft, und es werden nur sehr langsam mehr. Abstands- und Hygieneregeln bestimmen daher noch lange, ja sehr lange unseren Alltag. Das macht viele Veranstaltungen unmöglich und wird andere stark einschränken. Die Politik sollte der Kultur- und Veranstaltungsbranche daher mehr Planungssicherheit geben, nicht nur im Vier-Wochen-Rhythmus.

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