Klinik-Fusion mit besten Chancen

Für Steffen Mack ist der Plan, die Universitätskliniken in Mannheim und in Heidelberg zusammen zu legen, eine gute Nachricht.

Von 
Steffen Mack
Lesedauer: 

Endlich mal eine uneingeschränkt gute Nachricht! Die noch dazu – sonst wäre sie wohl zwangsläufig weniger gut – mit Corona wenig bis gar nichts zu tun hat: Die beabsichtigte Fusion der Universitätskliniken in Mannheim und in Heidelberg nimmt eine wichtige Hürde.

AdUnit urban-intext1

Formell hat das Stuttgarter Kabinett zwar nur beschlossen, die Finanzierung eingehend zu prüfen. Aber das wäre kaum passiert, würden die Kosten für das Land als unbewältigbar erscheinen. Schon gar nicht unmittelbar vor einer Landtagswahl. Zumal der Junior-Koalitionspartner CDU der hier maßgeblichen Grünen-Wissenschaftsministerin Theresia Bauer diesen Prestige-Erfolg eher nicht gönnen wird.

Dass sich die Regierung doch noch auf das Projekt einigen konnte, dürfte auch bei einer neuen Koalition Wirkung zeigen. Das Konzept, vor allem die Bereitschaft aller Beteiligter, ist schlicht zu überzeugend, um das Ganze einfach in die Tonne zu kloppen. Den Gesundheitsmarkt hat das Land als Zukunftsbranche schlechthin erkannt. Und die schiere Bettenzahl, mit der Mannheim und Heidelberg noch vor der Berliner Charité die Nummer 1 würden, ist in der Krankenhauslandschaft eine knallharte Währung. Umso breiter und schneller lassen sich wissenschaftliche Studien anlegen. Nicht umsonst stehen auch die namhaften Forschungsinstitute der Region – vom DKFZ in Heidelberg bis zum Mannheimer ZI – voll hinter der Fusion.

Für Mannheim doppelt gut

Wobei es aus Mannheimer Sicht, auch wenn das die Verantwortlichen klugerweise nicht laut sagen, natürlich noch um etwas kaum weniger Wichtiges geht: das Überleben des Klinikums zu sichern, das von Jahr zu Jahr bedrohlicher am Tropf der Stadt hängt. Die enormen zusätzlichen Belastungen durch Corona – soweit hat das Virus doch mit der Fusion zu tun – haben schließlich bei manchem zum Umdenken geführt. Womöglich sogar an oberster Stelle im Rathaus.

AdUnit urban-intext2

Zwar wird die Stadt die geplanten Mega-Umbauten im Klinikum weiter mitfinanzieren müssen, aber das muss sie ja ohnehin. Auch dürfte die alleinige Trägerschaft des Landes in einigen Bereichen zu Einschnitten führen. Doch wenn wie versprochen mittel- und langfristig noch deutlich mehr Arbeitsplätze entstehen, ist selbst das verschmerzbar.

Gleiches gilt für den neuen Namen: Künftig soll das Klinikum „Universitätsmedizin Heidelberg, Campus Mannheim“ heißen – für alteingesessene „Monnemer“ sicher ein Schock. Aber dennoch eine riesige Chance.

Redaktion Steffen Mack schreibt als Reporter über Mannheimer Themen