Klimawandel wird spürbar

Thorsten Langscheid über steigende Kosten von Hitzeschäden

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Thorsten Langscheid
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Nahezu eine Million Euro, nur um die Hitze- und Unwetterschäden am städtischen Baumbestand zu reparieren – der Mannheimer Ratsbeschluss zeigt, dass die Folgen des Klimawandels handfester Natur sind: Die Sache fängt an, richtig teuer zu werden. Deswegen ist es gut, dass Mannheim, wie viele andere Städte landauf, landab, das Thema Klimafolgenanpassung und Klimaschutzpolitik nun auch ganz oben auf die Tagesordnung setzt.

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Denn es geht dabei um weit mehr als um einige vertrocknete oder umgefallene Bäume in der Stadt. Beispiel hochsommerliche Hitzewellen: Ältere und schwächere Menschen leiden darunter besonders. In Mannheim beispielsweise beträgt der Temperatur-Unterschied zwischen den Quadraten und dem benachbarten Luisenpark an hochsommerlichen Abenden gut und gerne acht Grad. „Mehr Grün in die Stadt“ – das ist deswegen keine leere Floskel, sondern eine ganz klare politische Forderung, die für viele von uns buchstäblich am eigenen Leib spürbare Konsequenzen hat.

Zuschüsse von der Stadt

In seiner Etatrede hat Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz nun angekündigt, dass die Stadt das Ziel der Klimaneutralität schneller und flächendeckend erreichen will. Zum Beispiel durch Fernwärmeproduktion ohne Kohle oder die klimaneutrale Energieversorgung des neuen Stadtteils Franklin.

Aber auch jeder einzelne Bürger kann dazu beitragen – etwa dadurch, dass er keinen sogenannten „Schottergarten“ anlegt, sondern beispielsweise Dach und Fassade am Haus begrünt und betonierte Höfe entsiegelt. Zuschüsse von der Stadt gibt es für solche Maßnahmen obendrein. In der Klimaschutz-Allianz, die im Mannheimer Rathaus bereits vor einigen Jahren gegründet wurde, arbeiten Unternehmen und Institutionen mit der Stadt gemeinsam daran, ihren Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Das Bündnis sucht zudem Wege, wie etwa die Hitzewellen von den Beschäftigten am Arbeitsplatz besser überstanden werden können.

Unwetter wiederholen sich

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All dies kostet viel Geld, und man kann kritisieren, dass es lange – vielleicht auch zu lange – gedauert hat, bis Änderungen beschlossen wurden. Natürlich: Hitzewellen und Unwetter werden dadurch auch nicht einfach so verschwinden. Sondern sie werden sich auch im kommenden Jahr mit entsprechend hohem Schaden wiederholen. Der Klimawandel wird jetzt spürbar.

Redaktion schreibt als Reporter über Mannheimer Themen