In Kontakt zum Publikum

Peter W. Ragge zu neuen digitalen Kultur-Angeboten

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Peter W. Ragge
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Es sieht teilweise sehr selbst gestrickt aus – und das ist es ja auch: Die digitalen Angebote vieler Kultureinrichtungen von Mannheim und der Region sind wegen der Corona-Krise ziemlich schnell aus dem Hut gezaubert worden. Das ist alles lieb gemeint, oftmals recht charmant und auch liebevoll gemacht, von Professionalität indes doch überwiegend weit entfernt.

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Ein großes Kompliment verdient das alles dennoch. Zunächst haben Theater und Museen erkannt, dass sie trotz der Schließung aufpassen müssen, dass sie den Kontakt zu ihrem Publikum nicht verlieren. Die Nachfrage ist erkennbar da und der Wunsch der Menschen groß, wenigstens ein bisschen Oper, ein bisschen Schauspiel oder ein paar Exponate ihrer Lieblingsausstellungen zu sehen, auch wenn die Kultureinrichtungen derzeit niemand in ihre Häuser lassen dürfen.

In den Kinderschuhen

Zu bewundern ist auch der Mut von manchen Kulturschaffenden, die sich da jetzt filmen lassen. Museumskuratoren sind es schließlich meist nicht gewohnt, vor einer Kamera zu agieren, und Schauspieler schätzen die Bühne und Interaktion mit dem Publikum, bespielen plötzlich aber recht fantasievoll mit allerlei Themen und teils recht persönlichen Gedanken die ganze Klaviatur von Podcast bis Twitter.

Das alles ist aus der Krise heraus geboren worden – aber birgt auch langfristige Chancen. Das Nationaltheater kann schon einmal Formate erproben, die – außer den Ersatzspielstätten – auch während der vierjährigen Schließung zur Generalsanierung helfen können, weiter Kontakt zum Publikum zu halten. Dann sind die Technik und sicher auch die Verbreitung digitaler Medien noch weiter.

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Generell zeigen die jetzt kurzfristig entwickelten Angebote aber auch, wie wenig die sonst so weit fortgeschrittene Digitalisierung der Gesellschaft, der Industrie und des Handels die Kultur erfasst hat. Da steckt noch sehr viel in den Kinderschuhen. Nur die Kunsthalle ist in vielen Fällen Vorreiter. Das Technoseum hat ein Objekt pro Sammlungsbereich digital abrufbar gemacht, mit teils spartanischen Erläuterungen. Von den Sammlungen der Reiss-Engelhorn-Museen findet man gar nichts im Internet. Doch dafür braucht man eben Geld und Personal, was leider nach der Corona-Krise noch knapper werden wird.

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