In der Sackgasse

Jürgen Berger zur Situation von Borussia Dortmund

Von 
Jürgen Berger
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Borussia Dortmund steckt endgültig in der Sackgasse fest. Sechs Spiele nach der Trennung von Trainer Lucien Favre fährt der BVB immer noch einen müden Schlingerkurs, Nachfolger Edin Terzic bekommt einfach keine Stabilität in das wankelmütige Ensemble. Big Boss Hans-Joachim Watzke muss akzeptieren, dass seine Rechnung wohl wieder nicht aufgeht, endlich mehr Feuer und Konzentration in die hochbegabte Mannschaft zu bringen.

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Terzic hat mit zehn Punkten den schlechtesten Start hingelegt seit Thomas Doll vor 13 Jahren, Selbst die Champions-League-Qualifikation könnte in Gefahr geraten, wenn es so weitergeht. Das wäre der Super-GAU.

Das einzig Verlässliche bleibt die Inkonstanz. Weder die Führungsspieler wie Marco Reus oder Mats Hummels noch die Hochbegabten um Jadon Sancho rufen ihr Optimum regelmäßig ab – daran änderten der Trainerwechsel und interne Aussprachen nichts. Das lässt tief blicken. Favre war kein Alleinschuldiger für die Talfahrt.

Talent allein bringt eben keine Erfolge. Dazu braucht es auch die richtige Mentalität – und diese Debatte führen sie in die Dortmund schon eine gefühlte Ewigkeit. Terzic hat das natürlich erkannt, sein Team nach der Pleite gegen Leverkusen zurecht zusammengestaucht. Doch folgt es ihm auch? Bekommt er dauerhaft eine Chance? Erhebliche Zweifel sind erlaubt.

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Der von seiner Selbstwahrnehmung erste Bayern-Herausforderer befindet sich in einem gefährlichen Kreislauf – und muss deshalb vor allem seine Stars dazu aktivieren, ihre verloren gegangenen Potenziale wiederzubeleben. Sonst droht eine verschenkte Halbserie. Auf eine Besserung in der nächsten Saison unter einem Hoffnungsträger wie Gladbachs Marco Rose zu warten, kann sich ein Club wie der BVB schlichtweg nicht erlauben.

Redaktion Sportredakteur