Hilfreiche Truppe

Peter W. Ragge begrüßt Militäreinsatz in Pflegeheimen

Von 
Peter W. Ragge
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Es gab traurige, sehr traurige Zeiten im Advent und an Weihnachten. Die Bewohner von Pflegeheimen blieben einsam, die Angehörigen zeitweise ausgesperrt. Plötzlich durften Besucher nämlich nur noch nach einem negativen Corona-Schnelltest ins Heim, und dafür fehlten oft Personalkapazitäten. Also wurden die Besuchszeiten stark reduziert.

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Im Prinzip sind die Tests sicher sehr sinnvoll – doch bei der Umsetzung haperte es ganz gewaltig. Testen sollten nämlich nur ausgebildete Pflegekräfte. Die fehlten dann wiederum bei der Betreuung der Bewohner – diese mussten also noch darunter leiden, dass man sie besonders schützen will. Schließlich sind die Mitarbeiter in den Heimen schon im Alltag ohne Corona ganz enorm ge-, oft auch überfordert.

In einigen Städten waren daher bereits im Dezember Soldaten im Heimen eingesetzt. In Mannheim ist man eher zögerlich, die Helfer im Fleckentarnanzug anzufordern. Nachdem das Bundeskanzleramt Mitte Januar aber noch mal ausdrücklich die Hilfe der Truppe anbot, griff die Stadt jetzt zu – endlich!

Der Einsatz kommt nicht zu spät, aber spät. In diesem Herbst und Winter sind dramatisch viele Menschen in Pflegeheimen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Dabei wusste man seit dem Frühjahr, dass solche Heime eine Achillesferse der Pandemiebekämpfung darstellen. Aber die Politik hat es bundesweit sträflich versäumt, dafür Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Militärs sagen, man müsse „vor die Lage kommen“. Manchmal sollte man auf sie hören – denn derzeit hinkt man ihr hinterher.

Redaktion Chefreporter