Heiße Küche

Peter Reinhardt sieht die Gastrobranche hart getroffen

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Peter Reinhardt
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Sicher sind Wirte und Hoteliers von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Bei ihnen fingen die Umsatzeinbußen schon an, ehe der staatlich verordnete Stillstand kam. Und die Schutzmaßnahmen werden dafür sorgen, dass es nach einer Öffnung von Lokalen und Herbergen keine normalen Umsätze gibt. Schon durch die Abstandsregeln drohen deutliche Einbußen. Das gilt aber im Tourismus genauso für andere Anbieter, die in diesem Sommer leiden werden. Schon vor diesem Hintergrund wirkt das Sonderprogramm von Tourismusminister Guido Wolf unausgegoren.

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Im Schulterschluss mit dem lautstark auftretenden Branchenverband Dehoga haben Wolf und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann ein Grobkonzept präsentiert, das viele Fragen aufwirft. Das fängt schon beim Verzicht auf eine Förderobergrenze an. Sollen im Extremfall Millionensummen an Konzerne fließen, die nicht zurückbezahlt werden müssen? Unklar bleibt auch, warum das Land Zuschüsse für Mitarbeiter überweisen sollte, die sehr wahrscheinlich Kurzarbeitergeld beziehen. Der vermeintlich gute Zweck heiligt nicht jede Großzügigkeit. Rettungsschirme sollten zielgenauer wirken.

In bester Lobbyistenmanier hat der Dehoga auch seine alte Forderung nach Absenkung der Mehrwertsteuer nun verknüpft mit der Krise, in der die Politik unter noch nie da gewesenem Hilfsdruck steht. So lange die Betriebe keinen Umsatz machen, würde eine niedrigere Umsatzsteuer aber gar nichts helfen. Mittelfristig würde das immerhin finanziellen Spielraum schaffen. Aber mit welcher Begründung will man das dann anderen Branchen verweigern?

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Korrespondent Landespolitischer Korrespondent in Stuttgart