Kommentar Ermutigendes Signal

Christian Kerl über die Impfstoffspende der G7-Nationen

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Christian Kerl
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Das ist ein starkes Signal zum Auftakt des G7-Gipfels: Die großen Industriestaaten des Westens raufen sich zusammen bei der globalen Bekämpfung der Pandemie und spenden große Mengen Impfstoff für ärmere Länder, die bisher im Verteilungskampf um die Vakzine das Nachsehen haben.

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Vor allem für die USA, die die Ausfuhr von Impfstoff bislang stark begrenzt haben, ist dies eine Kehrtwende. Präsident Biden wagt sie erst jetzt, da die meisten seiner Bürger geimpft sind. Da mögen sich die Europäer wundern, wie forsch sich Biden an die Spitze der Bewegung setzt, aber am Ende zählt die Botschaft: Der Westen ist wieder da. Die großen Demokratien übernehmen gemeinsam Verantwortung für die globale Zukunft, also zuerst den Kampf gegen Corona. Nicht nur Biden, auch die Europäer treibt dabei zugleich das Interesse, der aggressiven Impfdiplomatie Chinas und Russlands etwas entgegenzusetzen – mit weniger Propaganda, aber besser wirksamen Vakzinen.

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Allerdings: Auch eine Milliarde gespendete Impfdosen genügen längst nicht, um die Menschen rund um den Globus zu impfen, wie es nun versprochen wird. Die reichen Staaten müssen mit Geld und Technologie die Produktion weltweit vorantreiben – und mehr vom vorhandenen Impfstoff teilen. Die neue Einigkeit der G7 ist ermutigend, den Ankündigungen müssen aber größere Taten folgen.

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