Meinung Enorme Aufgaben für die Einkaufsmeile

Christian Schall kommentiert das Ergebnis der Passantenbefragung und Mängel in der Art der Erhebung.

Von 
Christian Schall
Lesedauer: 

Seit zwei Monaten ist die Innenstadt nahezu ausgestorben, und je länger dieser Lockdown dauert, desto mehr fragt man sich, ob die Einkaufsmeile noch einmal so sein wird wie vor der Corona-Pandemie. Mitten in dieser trostlosen Zeit wirkt das gute Ergebnis der Passantenumfrage wie ein Seelenbalsam für die Stadt und die Betriebe. Merkwürdig mutet der Zeitpunkt der Veröffentlichung trotzdem an.

AdUnit urban-intext1

Noch, das zeigt die Umfrage, kommen die Kunden gerne nach Mannheim. Eine Schwachstelle der Passantenbefragung ist weiterhin, dass sie nicht repräsentativ ist und nur die Meinung derjenigen erfasst, die in der Stadt unterwegs sind. Es wäre auch interessant zu erfahren, warum Menschen nicht nach Mannheim kommen und sie lieber in anderen Städten einkaufen.

Ein gutes Ergebnis zu erreichen, ist einfacher, als das hohe Niveau zu bestätigen. Bisher ist das immer gut gelungen. Deshalb sollten sich alle Verantwortlichen aus Handel und Verwaltung das Ergebnis vorsichtshalber einrahmen. Denn angesichts der enormen Herausforderungen, vor der die Branche steht, ist es ungewiss, ob das Ergebnis in zwei Jahren wieder so positiv ausfällt. Man muss befürchten, dass die City vor einem radikalen Umbruch steht, weil Läden, Bars und Restaurants die Pandemie nicht überstehen. Ärgerlich daran ist, dass es nicht allein in den Händen der Verantwortlichen liegt, wie der Handels- und Gastronomiemix in Zukunft aussieht.

Erreichbarkeit und Sauberkeit

Wichtig für eine hohe Aufenthaltsqualität und Attraktivität – das hat die Umfrage auch gezeigt – sind die Rahmenbedingungen. Die kann vor allem die Verwaltung beeinflussen. Seit Montag arbeitet sie an deren Verbesserung, mit dem begonnenen Umbau der Seitenstraßen. Gut so! Ein Dauerstreitthema ist die Erreichbarkeit. Mannheim braucht die Kunden aus dem Umland, die mit dem Auto kommen. Noch weitere Verkehrseinschränkungen, und sie kehren der Stadt den Rücken.

AdUnit urban-intext2

Und schließlich die Sauberkeit: Freilich haben die Stadt und ihre Einwohner derzeit ganz andere Sorgen. Doch dem Planken-Pflaster würde mal wieder eine Grundreinigung gut stehen. Wenn sich der Frost wieder verzogen hat, wäre dazu der ideale Zeitpunkt, jetzt, in einer nahezu ausgestorbenen Innenstadt.

Mehr zum Thema

Passantenbefragung Mannheimer City punktet mit Einzelhandelsangebot und Gastronomie

Veröffentlicht
Von
Christian Schall
Mehr erfahren

Redaktion Redakteur in der Lokalredaktion Mannheim