Kommentar

Eine neue Zeitrechnung

Ulrike Bäuerlein zu CDU-Fraktionschef Manuel Hagel

Von 
Ulrike Bäuerlein
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Geräuschlos und getragen von ungewohnter Eintracht hat an der Spitze der CDU-Landtagsfraktion am Dienstag eine neue Zeitrechnung begonnen. Mit nur zwei Gegenstimmen haben die Abgeordneten CDU-Generalsekretär Manuel Hagel zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Noch nie saß auf diesem Stuhl ein so junger Mann, und noch nie kam die Landtagsfraktion bei der Neubesetzung des Amtes ohne Schlammschlacht und ohne Kampfkandidatur aus.

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Und das, obwohl in CDU-Reihen in den vergangenen Wochen auch zu hören war, dass Hagel als CDU-Generalsekretär für das Landtagswahlergebnis in Baden-Württemberg mit in der Verantwortung stehe. Aber während die unterlegene Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann der Politik den Rücken kehrt, kommt an Hagel als CDU-Fraktionschef im Landtag niemand mehr vorbei.

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Kann so ein Neustart gelingen? Die Antwort ist: Die Chancen stehen gut. Denn der stets verbindliche Oberschwabe hat als Generalsekretär bewiesen, dass er kein Spalter ist, sondern auf Stärke durch Einigkeit setzt. Hagel lässt sich nicht in Lager ziehen, hat mit den alten CDU-Grabenkämpfen nichts am Hut und im Wahlkampf die Aufgabe souverän gemeistert, sowohl seinem Förderer Thomas Strobl als auch dessen Kontrahentin Eisenmann gegenüber loyal zu bleiben.

Das CDU-Wahlprogramm trug bereits seine Handschrift, und diese findet sich nun auch im Koalitionsvertrag wieder. Und schließlich verlief auch der Wechsel an der Fraktionsspitze ohne öffentliche Konfrontation und ohne Gesichtsverlust für den scheidenden bisherigen Fraktionschef Wolfgang Reinhart, der durchaus noch gerne im Amt geblieben wäre.

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Ein friedlicher Stabwechsel war bislang nicht üblich bei der CDU. Hagel ist jetzt das neue Gesicht und die Zukunftshoffnung der Südwest-CDU. Aber die Erwartungen sind riesig. Ob Hagel sie erfüllen kann, muss er erst noch unter Beweis stellen. Ein Selbstläufer wird das nicht – auch nicht für einen Teamspieler wie Manuel Hagel.