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Sebastian Koch zum Welttag des Stotterns

Von 
Sebastian Koch
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Eines muss zunächst festgehalten werden: Stottern ist ein nicht zu unterschätzendes Handicap, das die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt. Aber: Man kann damit trotzdem leben. Es gibt noch schlimmere Handicaps, schlimmere Krankheiten, schlimmeres Leid.

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Doch wie bei vielen anderen Krankheiten und anderen Handicaps ist es trotzdem gut, an einem Tag besonders darauf aufmerksam zu machen: so wie an diesem Donnerstag, dem Welttag des Stotterns. Denn, das muss man deutlich sagen: An den restlichen Tagen im Jahr fristet die Aufklärung über das Stottern ein eher tristes Dasein. Das haben auch die bisherigen Gespräche des Ppppodcasts, des Stotter-Podcasts dieser Redaktion, gezeigt.

Der Umgang mit Stotternden ist noch immer selten richtig: Bevormundungen, Klischees, Mobbing – die Biografien vieler Betroffener zeigen, dass intensivere Aufklärung notwendig ist.

Genügt dafür ein Tag? Nein. Der Welttag des Stotterns ist, wie so viele andere, symbolischer Natur. Die Aufmerksamkeit für 24 Stunden reicht nicht, um die gesellschaftlichen Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte aufzuholen. Der Welttag kann deshalb nur ein Mittel sein, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die richtigen Schlüsse daraus müssen sowohl Wissenschaftler als auch das Umfeld von Stotternden, aber auch Betroffene selbst an den restlichen 364 Tagen ziehen – an diesen Tagen gilt es, mit dem Handicap richtig umzugehen. Dann wird sich zeigen, ob Stotternden die Zeit eingeräumt wird, die sie brauchen: in Gesprächen, am Telefon, in Diskussionen. Aber auch Betroffene sind aufgerufen, diese Zeit selbstbewusst einzufordern.

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Erst wenn das auf beiden Seiten auch im Rest des Jahres gelingt, ist der Welttag des Stotterns ein gesellschaftlicher Erfolg.

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Veröffentlicht
Von
Julia Giertz
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Redaktion Blattmacher der Kulturredaktion & Moderator des Stotterer-Ppppodcasts

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