Kommentar Das Projekt Rosenaustraße in der Sackgasse

Das Argument, man wolle städtischerseits keine Fakten schaffen und das Land nicht aus der Verantwortung entlassen, indem die Rosenaustraße erweitert werde, eröffnet keine Perspektiven, findet Uwe Rauschelbach.

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Uwe Rauschelbach
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Lampertheim. Beim Bürgermeisterwahlkampf 2013 hat der Lückenschluss der Ostumgehung noch eine Rolle gespielt. Seitdem ruht er in Unfrieden. Denn mit dem Parlamentsbeschluss, das letzte Verbindungsstück zwischen der östlichen und der westlichen L 3110 über einen Grünzug zu legen, hat die Stadt das Projekt endgültig in den Bereich der Utopie verfrachtet. Das Land rührt diesbezüglich keinen Finger. Bis heute gibt es keinerlei Anzeichen, dass die Stadt dereinst in der Lage sein könnte, die Straße selbst zu finanzieren oder die Regierenden in Wiesbaden in Spendierhosen zu erleben. Einstweilen haben vor allem die Anwohner in der Wormser Straße ihren „Spaß“ mit dieser verfahrenen Situation. Er dürfte mit Blick auf den zunehmenden Frachtverkehr noch steigen.

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Wurde mit Blick auf das Ende des Kiesabbaus also tatsächlich eine Chance verpasst? Zumindest eröffnet das Argument, man wolle städtischerseits keine Fakten schaffen und das Land nicht aus der Verantwortung entlassen, indem die Rosenaustraße erweitert werde, keine Perspektiven. Mit diesem Argument zieht man die Blockade eher noch fester zu. Denn auch jahrzehntelanges Nichtstun hat in Wiesbaden nicht die gewünschte Reaktion hervorgerufen. Tatsächlich hat sich im Zusammenhang mit den Plänen für eine Photovoltaikanlage offenbar kurz eine Tür geöffnet, durch die aber niemand gehen wollte. Mit einer Straßensperre, wie sie für die Rosenaustraße erwogen wird, würde sich die Stadt endgültig in die Sackgasse begeben. Den Schaden hätten die Bewohner in Andreas-, Oberlacher und Wormser Straße. Die Verkehrsbelastung in diesen Straßen mag unterschiedlich hierarchisiert werden – regional oder kommunal. Ganz sicher aber ist sie höchst real.

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Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).